Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
Seite
268
JPEG-Download
 

268

Waizcn. Wald - Cocchenille.

Die Stadt Eörlitz hatte schon im isten Jahrhundertdie Stapelgcrechtigkeit auf den aus Thüringen kommen-den Waid 3 und Zittau erhielt eben diese Gerechtigkeitim rollen Jahrhundert. In der Mitte des löten Jahr-hunderts brachten die Holländer den Indiz aus Ostin-dien, der jedoch vornehmlich erst im Anfange des i 7 tenJahrhunderts allgemein bekannt wurde, und durch diesesneue Produkt ward der Waid verdrängt, theils weil derIndiz anfänglich wohlfeiler war, und angenehmereFarbe gab, theils weil der Waid durch Nachlässigkeitund Betrug an Güte abnahm.

In Wien hat jemand die Zubereitung einer Farbe ausWaid erfunden, die alle Vortheile der Jndigofarbe ha-ben und um 5 /H wohlfeiler seyn soll. *

I. Ephemeriden für die Naturkunde, Oekonomke rc. vonSchcdel. 1795. Lies Quartal. 2. Bcckinanns Lnleit.zur Technologie. 1787. S. 111. 3. Oo/torr KnulsctL

I'sllorum Lttuvienl. IV. Tb. 4tes Kap. S. lüä. 4. All»gem. Lir. Zeitung 1784. Nr. 154.

Walzen s. Buchweizen, Weizen.

Wald - Cochenille. Zu St. Ni'colas entdeckte HerrThiery, Parlamentsadvokat zu Paris und Botanikus,i. 3 - 1777- allererst, daß es aus St. Demingo auch eineArt Cochenille gab, die man Wald-Cochenille nennt.Es giebt zwey Arten derselben, nämlich die feine (laAlellägue on 6 ne) und die Wald- Cochenille; die erste,die man in Mcrico findet, hat vor der zweyten den Vor-zug, doch findet man sie nie in Wäldern oder auf denGefilden, sondern blos in den Gärten und Wohnungender Indianer, welche sie sammeln. Die Wald Coche-nille wird zwar auch in Mexico gefunden, aber einhei-misch ist sie auf St. Domingo. Ihre Nahrung giebt ihrder Nopal, eine Art Opuntia. Man hat zwey Arten.des Nopal, den gewöhnlichen und den castilianischen.

Die