Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
Seite
283
JPEG-Download
 

Wappenkunst.

23Z

um darnach die Wappen der Ritter zu prüfen, obsteauch turnierfahig waren. Zu den ältesten Wappen-büchern gehören das Lanzcnbrechcn, das I2ZZ zu Che-vancy gehalten wurde, ferner die Beschreibung desTurniers in der Stadt Huy im Jahr i2Zy. Auchhat man in Frankreich ein Wappenbuch vom JahriZio, welches die Namen und Wappen derjenigenRitter enthält, die zur Krönung Kayscr HeinrichsVII. nach Rom reiseten. ^

Virgilius Solis, ein Kupferstecher und Jllu-minist, gab 1555 zu Nürnberg das erste in Kupfergestochene Wappenbuch heraus. 2

1. Juvenel de Carlencas Gesch. der schönen Wiffepsch-übers. yon I. E. Kappe. 17S2. 2. Th. 9te§Kap. S.II3.2. Kleine Chronik Nürnbergs. Altorf. 17L0. S. 67.

Wappenkunst, Heraldik, ist eine Wissenschaft, welchedie Wappen richtig verstehen und auslegen lehrt, aberauch Regeln giebt, wie man neue Wappen geschicktund kunstmäßig aufreißen soll. Die Franzosen sinddie Ersten, die das Wappenwefen bearbeiteten und esin eine Kunstform brachten^ daher auch andere Natio-nen lange Zeit ihre Wappen in französischer Spracheblasonirten. ^ Der Franzos Marc Vulson de laColombiere erfand in der Wavpenkunst zuerst diePunkte und Striche zur Bezeichnung der Farben inKupferstichen. ^

Paul Jovius lehrte im Jahr 1560 in einer be-sondern Schrift zuerst die Kunst der Devisen nachRegeln. ^

Der Abt von Brianville, der von der Familie desOrontius Fine aus dem Delphinat abstammte, er-fand, unter der Regierung Ludwigs XIV. zum Ge-brauch des Dauphin, ein Kartenspiel zur Erlernungder Wappenkunst. *

Der