Wasserhose.
Zor
Mit Geräusch von einer Wolke gegen das Meer her»erstreckt, bisweilen auch aus dem Meere himmelwärtssteigt, von einem Orte zum andern fortrückt, sich imeinem Wirbel drehet, und auf den Schiffen, oder wennsie das Meer verläßt, zuweilen auch auf dem festemLande große Verwüstungen anrichtet. Auf dem Landeentstehen nur seltner solche Wettcrsäulen, wobey sichentweder die hcrabgestreckte Wolke, oder die erhobeneSäule von Staub, Sand und Erde mit schnellemWirbeln fortbewegt und Häuser, Baume und was sieauf ihrem Wege antrifft, mit sich fortreißt und zerstö-ret. Die Säule hat zuweilen 50 Leisen im Durch-meffer und breitet sich oben gegen die Wolke trichter-förmig aus. Wenn sie aus dichtem Wasser besteht,ist sie durchsichtig, mehrenthcils aber inwendig hohlund von außen mit einer Menge zertheilter Lropsemumgeben, die um sie herum einen Regen verbreiten,durch den ihr Ansebn trübe und dunkel wird. DasMeer scheint unter ihr aufzuwallen und einen Rauchvon sich zu geben, welcher nach der Säule zu in dieHöhe steigt. Ihre Lage ist bald^scnkrecht, bald schief,bald krummlinig; auch ihre Dauer ist verschieden. Ostverschwindet eine Wasserhose und sogleich kommen amdemselben Orte wieder andere zum Vorschein. DieAlten kannten dieses Meteor, denn Lukrez * be-schreibt es schon. Die,Schiffer pflegen gegen die^.Wasserhosen zu feuern, um sie dadurch zu zerstören.Deccaria führt an, daß sie sich zerstreuen sollen,wenn man scharfe Messer oder Degenklingen darämbrachte. Musschenbroek erklärt die Wasserhose auSdem Zusammentreffen zweyer entgegengesetzter Winde,aber Andeloguc aus parallelen Winden, die eineWolke zwischen sich fassen und im Wirbel mntreiben;da aber die Wasserhosen fast immer bey vollkommener-Windstille entstehen, so hat diese Erklärung wenigBeyfall gefunden. Förster sahe eine Wasserhose mit
einem