Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
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Zcichenkunst.

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üuf einer ebenen Fläche darzustellen. Die Zeichen-kunst wurde wahrscheinlich eher erfunden als die Schrei-bekunst, weil die Letztere schon mehr Abstraktion er-fordert, als die Erste, die bloße Nachahmung der Na-tur war, worauf der Mensch leicht verfallen konnte.Auch muß sie natürlich eher als die Malcrkunst be-kannt gewesen seyn, weil diese erst aus der Zeichen-kunst entstand, woraus man auf ihr Alter schließenkann, ob sich gleich dieses nicht genau bestimmen läßt,so wenig als der Erfinder der Zeichenkunst. Manhat dir Frage ausgeworfen, ob es wohl möglich gewe-sen sey, ein Gebäude wie die Arche, ohne vorher ent-worfene Zeichnung, wenn sie auch noch so unvollkom-men war, aufzuführen, und ob ich nicht also die Men-schen vor der Sündfluth schon einige Kenntniß iinZeichnen gehabt haben müßten. Es wäre zwar nichtunmöglich, da die Natur dein Menschen vielfältigeVeranlassung gab, auf die Zeichenkunst zu verfallen,doch hat man keinen sichern Beweis für dieses hoheAlter der Zeichenkunst. Einige meynen, daß Folgen-des die Veranlassung zur Erfindung der Zcichenkunstgegeben habe; der Mensch habe gesehen, daß die demWasser nahen Gegenstände in demselben abgebildet wur-den; dieß hätte ihn veranlaßt, die Natur nachzuahmenund das Bild solcher Gegenstände in dem Sande oderauf eine andere Art nachzuzeichnen. Die Meistenstimmen darin überein, daß die Zeichenkunst ihren An-fang von dem Schatten genommen habe, den die Kör-per im Sonnenscheine warfen, indem man diesenSchatten mit einer Linie umzog, die dem Umfangegenau folgte; als hernach der Schatten verschwand,blieb die Unifangslinie übrig, welche mit der Figurdes Körpers Aehnlichkeit hatte. ^ Anfangs ließ mandie Umrisse der Figrnen, wie sie waren; aber in derFolge zog man auch innerhalb des Umrisses einige Li-nien und brachte Licht und Schatten an.

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