Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau.

Gründung. Die Haupt-Veranlassung dazu, gab Oli-vier de Serreö, welcher von den Franzosen als derPatriarch der Landeskultur noch bis jetzt angesehen wird.'Sein Werk, welches im Jahre 1600 unter dem Titel:llwstro cl'sAricnItnrs c;t lies Lliainpz,

erschien, erhielt einen solchen Beifall, daß schnell drei-zehn Auflagen nacheinander erfolgten. Der König ließden Verfasser von seinem Landgute nach Paris kommen,erhob ihn zum Rath unter Sully, und nach seinen An-ordnungen wurden alle wilden Bäume aus den königli-chen Gärten ausgehauen und start dieser Maulbeerbäumeangepflanzt. Der König ließ daher auf seines RathesAnsuchen, 4,000 Maulbeerbäume und eine MengeSamen derselben aus Italien kommen, um so die leerenStellen in den Gärten zu besetzen. Späterhin wurdenauch die Eyer des Seidenspinners und einige des Sei-denbaues kundige Leute aus Italien verschrieben. DieBäume, wie die Eyer, wurden nun rmentgeldlich, neb<ieinem Unterrichts zur Betreibung des Seidenbaues andie Landleute vertheilt, und besonders das weiblichGeschlecht zu dieser Beschäftigung ermuntert. Hmvon H a z z i sagt: * **) ) „Das Sonderbarste bei diesem Er-gebniß ist, daß der Haupkverdienst dem Könige alleingebührt; nur ihn konnte Olivier von der Nützlichkeilder Einführung des Seidenbaues überzeugen, nicht densonst so verständigen Sully, vielmehr machte Süll«hier sogar den Gegner. Wie Sully sich gegen denSeidenbau äußert, findet man in seinen Memoiren arn jSchlüsse des I6ten Buches l

Unter Ludwig dem Vierzehnten, und besonders -durch die rastlose Thätigkeit seines Finanzministers, den ,berühmten Colbert, wurde dieSeidenraupenzucht und ,

*) A. a. O., S. g. '

**) Neniolrvs 6s iVIrrx. lls Letbure Duo lle 8u>yI.onär«8, 1767. lom. V. p. 74.