Seide und Seidenbau. 99
Boden und zum Dache hinausgeführt. Man kannauch diese Zuglöcher mit einer schornsteinartigen Ueber-bauung, die jedoch nur von Brettern oder! einer Lehm-wand aufgeführt zu werden braucht, versehen, und dieseoben durch das Dach hinausführen; sie werden obendurch Wetterdächer gegen das Eindringen des Regensgehörig gesichert. Damit der durch die Luftzüge herein-stoßendeWmd den Raupen nicht beschwerlich oder nach-theilig werde, muß ihre äußere Mündung nach untenzu gewendet oder gekehrt seyn. Zu den Oefen in denRaupengemächern, um den Raupen durch Einheißenbei kalter Witterung ihren gehörigen Wärmegrad zugeben, wähle man Zugöfen, die innerhalb des Zimmersgeheitzt werden, und auch noch den Zweck erfüllen, daßsie neben der Erwärmung, die sie verschaffen, auch zu-gleich die verdorbene Luft ableiten und die Atmosphäreim Zimmer verbessern. Man kann diese. Zugösen sehrwohlfeil aus Backsteinen und platten Dachziegeln odersogenannten Ochsenzungen, an welchen man die Nasenabschlägt, aufführen. In Frankreich hat man auch, stattder Zugöfen, kleine Kamine in den Ecken der Zimmer,um vermittelst derselben die Erwärmung bei kaltemWetter zu bewirken. Liverati *) findet es vortheil-hafter, wenn man eigene Gebäude zum Seidenbauaufführen und solche so einrichten läßt, daß sie vonMiethsleuten bewohnt werden können, welche dann denSeidenbau in den Stuben betreiben können. Hierdurchwird das Ganze nicht so kostspielig, als wenn man der-gleichen Gebäude bloß zur Seidenraupenzucht einrichtet/und sie die übrige Zeit des Jahres, wo der Seidenbaunicht betrieben wird, leer stehen läßt. Besonders schlägtder genannte Schriftsteller die Mattengerüste beim Sei-
*) Anwelsung die Seldenwürmer auf Matten bequemer,zahlreicher und vvrthcilhastrr, als es bisher möglichwar, zu erziehen rc. Potsdam (r? 85 ), S. 85, 86.
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