Seide und Seidenbau. 103
oder Tafeln, worauf die Seidenraupen ihr Lager haben,Fig. 8626, werden 2^ bis 3 Fuß breit und so langverfertiget, wie es die Größe des GerüsteS verlangt.Sie bestehen aus zusammengefügten Tannen-Brettern,die nicht nur durch Leim, sondern auch mit Leisten anjedem Ende verbunden werden; auch kann man die Ta-feln aus Weiden flechkön, welche aber zu diesem Zweckenicht zu stark sein dürfen, damit die Horden nicht zuschwer werden; auch müssen die Horden gehörig dichtgeflochten sein, so daß die Raupen nicht durchfallenkönnen. Einige Seidenraupenzieher umgeben dieseBretter oder Tafeln mit 3 Zoll hohe Leisten ^ damit dieWürmer oder Raupen und auch das Futter nicht her-abfalle. Anders thun dieses nicht, sondern richten dieverschiedenen Bretter eines GerüsteS so ein, daß dieobersten am schwächsten sind, und die folgenden immerum ein paar Zoll vorspringen, so daß die etwa herab,stürzenden Raupen nur bis zum nächsten Brette fallenund daher nicht so leicht schaden nehmen können, welcheEinrichtung von Vielen für sehr zweckmäßig gehaltenwird; obgleich man nach aufmerksamen Seidenzüchterndas Herabfallen der Raupen nicht sehr zu fürchten hat,wenn man nur immer sorgfältig darüber wacht, daßdas Lager gehörig vom Rande der Tafel entfernt wird,das heißt, daß immer ein 3—4 Zoll breiter Raumganz rein und von allen Blätterresten und dem Rau-penkothe frei erhalten werde; sie gehen dann nicht anden Rand, weil sie daselbst nichts zu leben finden. DieWeidenhorden haben vor den Brettertafeln den Vor-zug, daß sie der Lust einen freien Durchzog gestatten,und daß sie deshalb auf denselben das Lager, oder dermit den Ueberresten vom Futter vermischte Koth derRaupen nicht so leicht erhitzt. Die Bretter ziehen auchdie Feuchtigkeit leichter an sich und halten sie mehr zu-rück, als die Horden, weshalb die letztem auch für dieGesundheit der Raupen zuträglich sind, uud dann kann