Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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116 Seide «nd Seidenbau.

Durch das Verbrennen von Räucherwerken wird nochein Theil der im Zimmer befindlichen Lebenslust verzehrt,und dann erzeugen auch dergleichen Räucherungen schäd-liche GaSarten, nicht einmal des Rauches zu gedenken,welcher gleichfalls sehr nachteilig aus die Raupen wirkt.Wenn man daher ein solches Luftverbesserungsmittelfür nöthig erachtet, so muß solches in den Oesen oderKaminen geschehen. Die Landleute in Italien undFrankreich nehmen zu diesem Zwecke ein nur ganz einfa-ches Mittel, indem sie von Zeit zu Zeit frische Wer-muthsbüschel an dieFensterder Seidenraupen-Gemächerstecken. In Preußen ließ man darin von Zeit zu Zeitetwas Salpeter verpuffen. Nach Bonafons solldas ChlorgaS, nclstum inurlalicum oxi^enatuiu, einsehr gutes Mittel seyn, die Luft zu verbessern. Manthut nämlich in eine Flasche 7 Unzen Kochsalz/ auchSeesalz, mit 4 Unzen Braunsteinpulver, und verdünntes mit 2 Unzen gemeinen Wassers, verschließt dann he»metisch die Flasche, und stellt sie an einen von demOfen und Kamine entfernten Ort. In eine anderekleine Flaschö thut man 2 Pfd. Schwefelsäure oderVitriolöl, und bewahrt beides zum Gebrauch auf. DerGebrauch geschieht auf folgende Weise. Man nimmtaus der letzten Flasche ein kleines LiquerglaS voll Schwe-felsäure und gießt solche in die große Flasche. Hierausentwickelt sich ein weißer Dampf, mit welchem man indem ganzen Zimmer herumgeht, damit er sich überallverbreite, hüte sich aber, ihn selbst einzuhauchen. So-bald man kernen Dampf mehr bemerkt, verstopfe mandie Flasche, und stelle sie wieder an ihren Ort. Manwende dieses Mittel so oft an, als man eine schlechteZimmerluft verspürt. Im letzten Alter der Würmeroder Raupen thue man statt des Braunsteins oder desKochsalzes Salpeter in die Flasche, und gieße Schwe-felsäure darüber, so erhält man einen eben so wirksamenDampf, der aber nicht so durchdringend und für das