Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
124
JPEG-Download
 

124

Seide und Seidenbau.

kann, mit Schirmen von grober Leinwand, von grknemPapier, mitJalousien rc. versehen seyn, um beim Son-nenschein davon Gebrauch machen zu können. BeimFuttern der Raupen zur nächtlichen Zeit, bedient mansich am besten der Argantischen Sineumbra Lampen, mitgereinigtem Brennoel versorgt.

Von dem Raume, welchen die Seidenrau-pen in den verschiedene nLebenSperioden be-dürfen. Es ist wichtig auf den Raume zu achten,den die Raupen von ihrem Auskriechen aus dem Eyean, bis zu ihrem Einspinnen bedürfen, weil dadurchviel bei ihrer Wartung und Pflege abhängt; denn wennman die aus den Eyern auSgekrochenen Räupchen gleichanfangs auf dem ganzen Umfange ihrer künftigen La-gerstätten vertheilen wollte, so würde man sich dadurchnur die Mühe ihrer Wartung und Pflege unnöchigerWeise vergrößern und erschweren, und eine weit größereMenge Futter bedürfen. Auch würde man bei einersolchen ausgedehnten Lagerstätte bei kühler Witterungmehr Brennmaterialien zur Heihung der Gemächer be-dürfen. Es ist daher nöthig, den Raupen gleich nachdem Auskriechen aus den Eyern den gehörigen Raumanzuweisen, und diesen im Verhältniß, wie sie heran-wachsen, auch nach und nach zu erweitern. Im All-gemeinen gilt für den Raum, den die Raupen in jedemAlter bedürfen, die Regel, daß immer zwischen zweiRaupen so viel Plah bleibt, daß noch eine dritte be-quem dazwischen liegen kann, oder daß man ihnen nocheinmal so viel Raum giebt, als sie einnehmen würden,wenn eine hart an der andern läge. Nach dem GrafenDandolo findet folgendes Verhältniß des Raumeszu den Raupen statt. Die aus einer Unze Raupen-eyern auSgekrochenen Raupchen, deren Anzahl sich aufungefähr 40,000 erstreckt, bedürfen in ihrer ersten Le-bensperiode oder bis zur ersten Häutung einen Raumvon etwa.10 Quad.-Fuß