Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau.

der» sogar sehr nützlich, indem es das Futtern der Rau-pen bedeutend erleichtert, auch eine bedeutende Erspar-niß an Futter bewirkt. Nach Reymund soll mandie Blätter nur in dem ersten Lebensalter der Raupenzerschneiden, dagegen will sowohl BonafonS, alsauch der GrafDandolo, daß mau die Raupen inden vier ersten Lebensaltern mit zerschnittenen Blätternfuttern soll, das heißt, die Fütterung muß anfangsganz klein, nach dem Wachsthums der Raupen aberimmer größer und größer zerschnitten, und endlich imfünften Alter erst ganz und unzerschnitten gereicht wer-den. Auch Haumann fand diese Methode bei derBetreibung seines Seidenbaues sehr zweckmäßig; denndie Blätter von gehöriger Beschaffenheit geben garnicht so viel Saft von sich, daß er den Raupen schädlichwerden könnte, und noch weniger verwöhnen sich dieRaupen durch das Saugen des Saftes so, daß siekeine Blätter mehr fressen. Man darf die Blätternicht zerschnitten stehen lassen, sondern muß sie jedesmalunmittelbar vor dem Füttern zerschneiden. Sind dieBlätter zu kalt, so muß man sie vor dem Füttern et-was überschlagen lassen, welches dadurch geschehen kann,daß man sie eine Viertel- oder halbe Stunde zuvor indas Raupenzirnmer bringt.

Was die Menge des Futters betrifft, welche man denRaupen reichen muß, so war man lange darüber in Un-gewißheit, ja man hat nicht einmal- sagt Haumann,daran gedacht, diesen. Punkt genau zu untersuchen undzu erörtern, sondern sich nur damit zuerst begnügt,daß die von einer bestimmten Quantität Eyern erhalte-nen Raupen das Laub von ungefähr so und so viel Bäu-men zu ihrer Nahrung bedürfen. So sagt Drewes:„die Seidenwärter müssen von der Menge Würmer aufden Belang der Blätter schließen, den sie auf einen Tagnöthig haben rc." Der Graf Dandolo, der sich umdie Seidenraupenzucht so verdient gemacht, hat auch