Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau.

wurden hierauf in seine Studierstube gebracht, welchezu diesem Geschäfte eingerichtet worden war^ und am26sten Mai waren die Raupchen alle ohne die geringsteweitere Vorkehrung ausgeschlüpft, hakten eine sehr ge-sunde Farbe und waren recht munter und frisch.

Aus diesem von dem Pfarrer Haumann angeführ-ten, ganz einfachen Verfahren, so wie aus den Erfah-rungen mehrerer praktischer Seidenbauer, gewahrt man-daß das ganze BrütungSgeschäft nur die einfachste, na-türlichste Behandlung zum Gelingen erfordert, und daßdas ängstliche Abwägen aller Umstände dabei, als derZeit, des Ortes, der Temperatur rc. hier gar nicht nöthigist, um ein glückliches Resultat zu gewähren. DieZeit, in welcher man das Brutgeschäst zu beginnen hat,hängt sowohl von der Witterung und Beschaffenheitdes Frühlings, als auch von der Lage des Orts ab, woman den Seidenbau zu treiben gedenkt. Ist nämlichdie Witterung frühzeitig mild und warm, so muß manauch das Brutgeschäft früher vornehmen, im Gegen-theil, das heißt, bei spät eintretendem Frühjahre, später.Die sicherste Zeit zum Auslegen der Eyer ist, wenn dieKnospen des MaulbeerbaumeS aufzubrechen anfangen,und seine Blätter so groß wie ein Groschen sind. DieLänge des Brutgeschäfteö hängt von der Temperaturdes früheren Aufbewahrungsortes der Eyer ab; daherist es nöthig, daß darauf besonders gesehen werde. DerKönigliche Preußische Plantagen-Jnspeckor DreweSsagt in seinem oben, S. 98, angeführten Werkchen:Kap. 6, vonderZuchtuudWartungderSei-denwürmer, H. 3, S.80. „In guter Verwahrung derGrains versehen es sehr viele, sie sind zufrieden undglauben genug gethan zu haben, wenn sie die Grainsnur bis zur Anlage fürs Auskriechen verwahren. Alleindies ist nicht genug, sie müssen auch vor zu frühzeitigerinnerer Entwickelung verwahrt stehen. Denn im Früh-