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Seide und Seidenbau.
aller angewandten Vorsicht ungeachtet, kurz vor dem Aus-bruche der Maulbeerblätter in Brütung gerathen, und dieRaupen auskriechen, so ist kein anderes Mittel übrig, alssie so lange, bis junges Maulbeerlaub zu haben ist, mitSalat oder Scorzonere zu füttern. — Eyer, diein einer wärmeren Temperatur vorher gelegen, werdenim vierten bis fünften Tage ausgebrütet, und die Räup-chen erscheinen, war ihr früherer Aufenthalt aber sehrkühl, so kommen die Raupchen erst im 12ken bis I4tenTage zum Vorschein. Wie die Erfahrung beweiset, sol-len die Raupen immer die. gesündesten und kräftigstenseyn, welche die längste Brutzeit bedürfen. Während derBrutzeit verändern die Eyer ihre Farbe immer mehr undmehr, und sobald sie ein weißliches Ansehen erhalten, soist dies das sicherste Kennzeichen, daß die Räupchen zumAusschlüpfen reif sind. Man gewahrt dann auch balddakauf hier und da einige ausgekrochene Räupchen aufden Eyern. Sobald dieses geschieht und die Eyer nichtschon in Kästchen oder Schachteln waren, so müssen siejetzt gleich in solche gebracht werden, welche man aus ei-nemViertelbogen etwas starken Papiers verfertigen kann,den man an allen vier Seiten etwa zwei Finger hoch auf-wärts umbiegt, und so rund herum mit einem Randeversieht. Auf die Eyer wird nun eine dünne Schichtklares, gut gehecheltes und von Anchen freies Werch,Flachs oder Hanf, oder einige Stückchen weitlöcherigenFlor oder Papierblätter, die mit vielen kleinen Löchernversehen sind, durchweiche die kleinen Raupchen beauemhindurch kriechen können,gelegt. DieseBedeckung hat denZweck, daß die Raupen, welchen beim Auskriechen ein Fa-den Seide aus dem Munde hängt, nicht noch andere,noch nicht ausgekrochene Eyerchen mit sich fortziehen.Läßt man aber die Eyerchen beim Brutgeschäfte auf demPapiere oder der Materie, worauf sie der Seidenvogellegte, so ist diese Bedeckung nicht nöthig, weil sie dannauf dem Papiere fest liegen bleiben. Die Zimmer tempe-