Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
170
JPEG-Download
 

170 Seide und Seidenbau.

erstarren, so darf man nur, sobald die innere Luft völ-lig mit frischer ersetzt ist, in den Kaminen oder OefenFeuer anmachen, und dabei die Luftlöcher auflassen, bissich die Temperatur wieder zu 16^- Grad erhebt. So-bald sich die Raupen fleischig anfühlen, so kann manauf eine gute Gesundheit derselben rechnen. An,zehnten Tage bedarf man ungefähr 65^ Pfd. Blät-ter, welche man den Raupen nach ihrem Bedürfniß ver-theilt. Wenn die bestimmte Quantität nicht hinreicht,so setze man noch etwas Futter zu. Sollten die Rau-pen am zehnten Tage ihre völlige Reife noch nicht er-reichen, so wartet man noch den eilften Tag ab, undrichtet an diesem Tage die Pflege eben so ein, wie amzehnten, nur daß hier der Futterbedarf noch geringerseyn wird, als am vorhergehenden Tage. Die völligeReife der Raupen wird durch folgende Kennzeichen an-gekündiget; 1) Wenn die Raupen auf den Blätternsitzen ohne zu fressen, und den Kopf und Hals erheben,oder in die Höhe strecken, als wenn sie etwas suchten,woran sie den aus dem Munde führenden Faden anhän-gen wollten. — 2) Wenn sie, gegen das Licht gehalten,durchsichtig erscheinen, wie eine ganz reife weiße Wein-traube. — 3) Wenn eine große Anzahl Raupen mitauögbrecktem Halse an den Rändern der Lagerstätten ^herum, und an denselben eyrporkriechen. — 4) Wenn Isich die Ringe am Körper der Raupen zusammenziehen,!und die Haut am Halse sehr runzlich wird. — 5) Wennihr Körper eine teigartige Weichheit erlangt.

Nebenstehende Tabelle giebt eine genaue Uebersichtvon der Erziehung der Seidenraupen nach des GrafenDandolo Methode von BonafonS entworfen, inwelcher für jeden Tag des Lebens der Raupen derRaum, den sie einnehmen, die Temperatur, die ihnenzukommt, und das Futter, das sie bedürfen, angegebenwird: auch ist zugleich, was bei ihrer Wartung und