Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau. 171

Pflege sonst noch nöthig ist, in einer besonderen Ru-brik beigefügt.

Von den Spinnhütten und der Behand-lung der Raupen im letzten Lebensalter zumEinspinnen. Die Spinnhütten sind Behältnisse,in welche die Raupen sich begeben und sich einspinnen.Im Naturzustände, oder im Freien, z. B. in China,spinnen sich die Raupen an den Zweigen desMaulbeer-baumeS ein, aufwelchem sie leben, welches nun hängendoder schwebend geschieht, daher muß man hierauf auchin ihrem erkünstelten, der Natur nachgebildeten ZustandeRücksicht nehmen. Man muß ihnen also den Oerrlich-keiten, welche sie in der freien Natur zum Einspinnenwählen, ähnliche Vorrichtungen verschaffen; denn thäteman dieses nicht, so wurden sich die Raupen überallverkriechen, an den Gerüsten und Zimmerwänden in dieHöhe klettern, und die Seidenfaden überall verschleppen;auch würden viele, ohne zum Einspinnen zu gelangen,zu Grunde gehen, so daß man nur wenige, geringhaltigeund schlechte Cocons bekäme, welche man noch Mühehätte, im Zimmer zusammen zu suchen. Um nun die-ser Unannehmlichkeit und Hern Nachtheile, der damitverbunden ist, auszuweichen, errich tet man Spinnhütten,welche aus dünnem Reis, zarten Zweigen, Stauden-stängeln rc., die man zwischen den Tafeln der Gerüste auf-recht, mit ihren Spitzen oben gegeneinander gebogen,einspannt, so daß sie eine Art Laube oder von bedecktenBogengängen bilden, welche, da sie auch von der Hin-tern Seite mit demselben Material verschlossen sind,das Ansehen und den Namen der Hütten erhalten.Man kann zu den Spinnhütten alle Arten der Zweigevon Bäumen und Gebüschen nützen, wovon das Reiszart und keine Stacheln oder Dornen hat, z. B. vonBirken, Haseln, Hartriegel rc.; ferner kann man dazugebrauchen manche Straucharten, als Günster, Geis-blatt, Heidekraut nnd die Stängel von andern Pflan«