172 Seide und Seidenbau/
zen und Gewächsen, z. B. von Beifuß, Spargel, Rüb,saat; im Nothfall kann man auch Weizenstroh und so-gar Queckenwurzeln rc. zur Errichtung der Spinnhüt-ten benutzen, welche letzteren Materien jedoch gehörig inverhältnißmäßige Bündelchen zusammengebunden wer-den müssen. Man schneidet die Zweige von Bäumenund Büschen entweder ab, ehe sie Blätter bekommen,oder wenn sie schon Blätter haben, so müssen sie an derLuft erst gehörig getrocknet und von allen Blättern be-freiet werden. Die schwachen Spitzen, welche sich leichtHerabbiegen, müssen verschnitten werden, damit sich dieRaupen nicht daran anhängen können. Uebrigens mußAlles, was zu den Spinnhütten benutzt wird, vom Staubeund jeder Unreinigkeit gehörig gereiniget werden; auchmuß man es vorher an einem bedeckten luftigen Ort lie-'gen lassen, damit es ganz austrocknet, und nicht etwaschimmlig wird, oder einen sonst moderigen, dumpfigenGeruch annimmt, welches die Raupen abhält, daran zukriechen und sich einzuspinnen. Die beste Art Spinn-hütten zu bauen, ist, wenn eine Stelllage von Bretterngebauet wird, in Gestalt eines Büchergestelles, wie Fig.8641 zeigt, dessen Höhe, als auch Tiefe der Regalen oderFächer 14 Fuß von einander beträgt. Die Länge undHöhe der ganzen Stellage aber sich nach dem Raume,wo sie hingesetzt werden soll> richtet. Diese Fächer wer-den nun mit Birken- oder einem andern Reife ausge-bauet, weil solches am bequemsten eingebauet und wie-der herausgenommen werden kann. Die Raupen spin-nen am liebsten au Birkenreis, welches Reis auch an-dere Jahre wieder gebraucht werden kann, wenn vorherdie Floretseide, welche daran hängen geblieben, abgezo-gen worden. Dieses geschieht am besten durch'S Aus-waschen im Wasser, durch welche Prozedur dieselbe mitleichter Mühe abgeht, das Reis wieder Feuchtigkeit er-hält, und also nicht leicht bricht. Zur Befestigung desReisholzes werden Leisten in die Regale, der Tiefe nach,