194 Seide und Seidenbau.
ter den Seidenbauern herrscht, daß sich die Race derSeidenraupen, wenn man sie mehrere Jahre an einemOrte zieht, verschlechtert, und daß man sich daher vonZeit zu Zeit frische Eyer von Orten her, die wegen ihrerguten Seidenzucht berühmt wären, anschaffen müsse,wird von vielen Schriftstellern des Seidenbaues ver-worfen, welche der Meinung sind, daß das Verschlech-tern der Race in der schlechten Wartung und verkehr-ten Behandlungsart der Raupen seinen Grund hak.Man muß daher, um den Seidenbau glücklich auszu-führen und eine gute Race sich fort zu erhalten, nur dieSeidenraupenzucht so betreiben, wie eö die Erfahrunglehrt.
Von den verzchiedenen Arten undSpiel-arten der Seidenraupen. In Frankreich undItalien, in letzterem besonders in der Lombardey, hatman zur Seidenraupenzucht 1) die gewöhnlicheSeidenraupe, welche gelbe Cocons spinnt; 2) dieSeidenraupe, welche weiße Cocons spinnt, und3) die Chinesische Seidenraupe, die einevorzüg-lich reine weiße Seide spinnt. Bonafonsin Lyonhat damit Versuche angestellt, indem er Eyer von allendrei Arten zu der nämlichen Zeit auslegte, sie in dem-selben Lokal, bei dem nämlichen Futter und bei gleicherTemperatur erzog. Die hier folgende Tabelle enthältdas Resultat dieses Versuchs.