Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau. 193

Versendung von größeren Eyermassen thut man wohl,sie etwa zu 3 bis 4 Loth in durchstochene Papierpäckchenzu vertheilen, und diese in ein hölzernes Kästchen zwi-schen zartes Stroh, welches aber nicht fest zusammen-gedrückt werden darf, zu legen. Das Ganze wird vonaußen mit grobem Wachstuche umwickelt und mitBindfaden beschwürt oder mit einer Packnadel festgenä-het. Wenn man die Eyer in Gläsern versenden will,so schließe man diese mit einem feinen durchlöcherten. Papiere oder einer Blase, in welche man Löcher mit ei-ner Nadel sticht. Die Eyer löset man von dem Pa-piere oder der Leinwand auf folgende Weise. Mannimmt eine reine Mulde, legt das Papier oder die Lein-wand mit den Eyern hinein, schüttet oder gießt etwasguten alten Wein, der weder geschwefelt, noch gewärmtseyn darf, darauf. Nach ein Paar Stunden, währendwelcher Zeit das Papier oder die Leinwand ein paarmalgewendet werden muß, kann man die Eyer mit einemhölzernen Messer rein abschaben und mit dem Wein ab-waschen. Der Wein wird dann in ein anderes Gefäßabgeseihet-. Man legt dann die Eyer auf ein saubergehobeltes Brett, breitet sie darauf aus, und laßt sie aneinem kühlen Ort trocknen. Jetzt kann man sie zumVerschicken gebrauchen. Man kann die Eyer auch inmit Löchern durchbohrten Büchschen von weißem Blecheversenden. Die Versendung muß im Spätherbsteund im beginnenden Frühling geschehen, in welchenJahreszeiten es weder zu heiß, noch zu kalt ist. Wenndie Eyer mit einem Boten über Land versandt werden,so muß derselbe nicht in warme Zimmer mit den Eyernunter Weges einkehren, oder wohl gar Tage lang indenselben liegen bleiben; auch darf er sie nicht in Westen-,Hosen - oder Busentaschen stecken, weil durch die Kör-perwärme sticht der belebte Keim in den Eyern zu frühentwickelt werden könnte. — Der Glaube, der noch be-sonders an vielen Orten in Frankreich und Italien uu-Der. techn. Enc. Theil Ulk R