Seide und Seidenbau. 261
rech ten Hand auseinander. Bei dieser Gelegenheit ha-ben beide Personen darauf zu sehen, daß aller sich vor-findender Schmutz von der Seide beseitiget wird, wel-ches hierbei sehr gut geschehen kann, weil alle Strähneneinzeln zusammen gelegt werden. Wenn dieses nungehörig geschehen ist, so wird die Strähne mit dem Ca-ritschholze festangezogen, und die aus den Strähnen etwaherabhängenden Fäden von beiden Personen gleichzeitigin die Mitte gelegt. Man nimmt dann die Strähnenvon dem erwähnten Stocke ab; beide Personen halten'sie nun am Ende entgegen, der unterste Theil wird überden oberen geschlagen, so daß letzterer davon ganz be-deckt wird. Die erste Person dreht dann die in derlinken Hand haltende Strähne einige Mal gegen dierechte um, während die zweite Person sie still und festhält, und nach jedesmaliger Drehung wird die Strähnevon der einen Person mit dem besagten Holze fest gegendie Erde angezogen oder ausgestreckt, bis man bemerkt,daß die Strähne im Drehen zusammen gehen will, wel-ches das Zeichen ist, daß sie genugsam gedrehet oder ge-streckt worden. Hiernach wird dieselbe von der erstenPerson in die linke Hand genommen, mit der rechtendas zum Strecken gebrauchte Holz in sein Loch gesteckt,die Strähne dann in beide Hände genommen, links ge-drehet, und während desselben zwei- bis dreimal gegendie Erde gezogen, damit sie nicht unordentlich zusammen-läuft, und dann ausgelassen. Der untere Theil derSträhne wird dann im obern durchgezogen, wodurchdie Strähnen zur Hälfte kürzer werden, die äußere Seideaber wie eine Rose auseinander gezogen, damit die O.ua-' lität der ganzen Strähne ohne Auflösung beurtheiltwerden kann. Nachdem nun die Strähne zusammen-gelegt worden, muß man für jede Sorte der Seide be-sondere Kisten haben, worin sie mit Steinen beschwertwerden. Eine solche Kiste muß 5 Fuß lang, 4 Fußbreit, 5 Fuß hoch, und mit einem Deckel versehen seyn,