Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
284
JPEG-Download
 

384 Seide und Seidenhau.

ich überhaupt nur vier Gerüste, jedes von neun Mattenaufstelle» konnte. Indessen würde man in Gegenden,wo die Kunst aufs Höchste gestiegen ist, mit diesem Ge-wimisie schon zufrieden seyn. Als im Jalire 1784 meineauf eine neue Arr eingerichteten Seidenstellagen aufge-richtet standen, hatten drei Königliche Staalsminister,alle drei gründliche Kenner des Seidenbaues, die hoheGnade, mich mit Dero Besuche zu beehren. MeineAnordnungen erhielten ihren gnädigen Beifall, und siebezeigten denselben nicht nur mündlich, sondern sogardurch die ernstlichen Bemühungen, diese bisher ganz un-gewöhnliche Behandlung hier im Lande einzuführen undder höchst möglichsten Verbesserung fähig zu machen,weil diese erhabene Männer, keine Erfindung, wodurchdes Vaterlandes und des einzelnen Bürgers Wohlstanderhöhet werden kann, ihres gewohnten patriotischen Bei-standes unwürdig achten. Gleich große Zufriedenheithabe ich an andern des. Seidenbaues kundigen Männernbemerkt, und mit Vergnügen gesehen, daß man gutenTheils mir nachgeahmt, und die von mir versuchte Ein-richtung und Behandlung, welche zwar neu, aber gewißbesser, leichter und einträglicher, als alle bisherigen ge-nannt werden kann, bei sich eingeführt habe. Das rühm-lichste Zeugniß ist überdies, daß Se. Königl. Majestätbereits anbefohlen haben, in Hüchstderoselbe» Seidenbau-anstalt auf dem Jägerhofe, dergleichen Matte» zu derErziehung der Würmer zu gebrauchen. Besonders aberbin ich auf allergnädigste Ordre Sr. Majestät, zweimalvon Eines Hochpreislichen General-Ober-Finanz-Kriegs-und Domainen-Direktorium fünftem Departement, be-fehligt worden, eine ausführliche Beschreibung dieserneuen Erziehungs- und Verpflegungsweise auf Mattenöffentlich heraus zu geben. Diese höchste Gnade hat mirdas innigste Vergnügen gewährt, und es ist unerläßlichePflicht für mich, meinen kleinen Einsichten gemäß, demhöchsten Befehle unterwürfigsten Gehorsam zu leisten.Um so viel mehr, da keine Vermuthung eigennütziger Ab-sichten, bei dieser gemeinnützlichen BekanntmachungStatt finden kann. Ich habe durch die Gnade seinerKönigl- Majestät nicht dieser Kunst wegen, sondern ineinem ganz andern Dienste jährliche Besoldung zu heben,