Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau. 293

Gesellschaft, die aus Liebe zur Sache und aus Patrio»rismiis hier handelt, und daher weit schneller und ent-sprechender vorankömmt. Deswegen hat sich eine eigeneDeputation des Landwirthschaftlichen Vereins in Bayerndafür gebildet, und mit bestem Erfolge schon gewirkt,indem sie aus verschiedenen Sachkundigen zusammenge-setzt ist, wovon jeder die nützlichsten Dienste leisten kann,und sie auch im reinsten Gefühle für die gute Sachenach allen Kräften bisher leistete. — Die Ermunterungdes Seidenbaues kann und soll von Seiten einer Regie-rung geschehen: i) Durch Erlangung zahlreicher undguter Maulbeerbäume aus dem Auslande; ingleichen desMaulbeerbaumsamens und der Raupeneyer. — 2) DurchPflanzung der Maulbeerbaume auf öffentlichen Plätzen,so auch auf andern. — 3 ) Durch die Hofgärtner undFörster. — 4) Durch Verbreitung des Unterrichts dar-über. — 5) Durch die Schullehrer und Pfarrer, unddurch die Seminarien. — 6) Durch Preise der Auszeich-nung für die Seidenzieher. — 7) Durch Prämien für dieCocons« — Der nöthige Schutz für den Seidenbaubestcht: ») In der Sicherheit der Maulbeerbaume gegenFrevel. — b) In der leichtern Ansässigmachung der Sei-denarbeiter. <— c) In der Sicherung des innern Mark-tes i» Ansehung der Seide. — ä) In Ausfuhrprämien.

1. Wenn eine Gesellschaft des Seidenbaues selbst-zureichende Mittel hat, wie z. B. in England, so be-darf sie beim Ankauf der Maulbeerbaume im Auslanderc. natürlich keinen Geldbeitrag von Seiten der Regie-rung. Auch der Landwirthschaflliche Verein, so wie spä-ter die Deputation des Seidenbaues in Bayern fing dasUnternehmen mit eigenen Mitteln an, und würde keineGeldhülfe von der Regierung gebraucht haben; denn dieDeputation vertheilte innerhalb zwei Jahren, eine großeQuantität von Bäumen, Sämlingen und vorzüglich vonMaulbeerbaumsamen gratis; allein auf der andern Seitewar jedoch zu erwägen, daß man so nur nach und nachin mehreren Jahren zum Ziele käme, und dadurch dererweckte Eifer für die Seidenzucht wieder erkalten könnte.Die Deputation stellte daher eine Bitte um Geldunter-stützung an die versammelten Stande des Reiches imJahre 1825, wovon die Kammer der Deputation diese»