Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau. 329

dann noch fein, so fällt sie nicht stark ins Gewicht, undist daher theurer. Ueberdieß läßt sich aus einer Strähnefeiner Seide mehr Zeug weben, und dieses ist fester, alsZeug aus grober Seide gewoben, weil die feine Seideeinen festeren, dralleren Faden hat, als die grobe. EinZeug kann nur dadurch leicht und schlecht werden, wennman die festgesetzte Anzahl Kettenfäden mindert, undauch überdies wenig Seide einschlagen läßt. Der Nuz-zen des Fabrikanten beim Einkauf der Seide ist, daraufzu sehen, daß sie sanft, leicht und glatt ist; auch gut ge«zwirnt worden; denn eine rauhe Seide, die zngleichnicht gut gezwirnt worden, reißt häufig beim Wickelnund Weben, nicht zu gedenken, daß der Weber sie müh-sam von den Fasern reinigen muß, und zuletzt verliertNiemand mehr, als der Käufer; denn der Seidenwirkersucht sich dadurch zu helfen, daß er die lockere Seidemit Gummi bestreicht, wodurch der Zeug bricht, nichtzu geschweige«, daß man bei der Appretur eben nichtvortheilhaftere Mittel gebraucht, einen schlechten Zeugzu verbessern. Alle die vorher erwähnten Eigenschafteneiner guten Seide erkennt man aus dem Augenscheinund durch das Gefühl. In Absicht der Schwere be-dient man sich eines Haspels, worauf man eine bestimmteAnzahl Fäden haspelt, und hernach wiegt.

Man kauft die Seide, wie schon oben angeführt wor-den, in MattoS. Ein Matto enthalt 4 Knuppen, jedeKnuppe aber bei Organs,» 6, bei Trame 4 Strähnen.Man kann diese Abtheilungen mit Strähnen oderStük-ken und Gebinden des leinenen oder wollenen Garns ver-gleichen. Die Strähnen einer ungefärbten eingekauftenSeide sind 40 Zoll lang, die gefärbten aber etwas länger.Die gefärbte oder zugerichtete Seide kommt in söge-nannten ganzen Karten, welche 2 Pfd. 3 bis 4 LothHamburger Gewicht halten, oder in halben zum Han-del. Diese sind in dunkelblau Papier walzenförmigeingeschlagen, und die Nummer, Farbe und Gattung