Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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328 Seide und Seidenbau.

bereitet worden, und die die gedachte Zubereitung nichtannehmen konnte, wenn man sie nicht vorher in war-mes Wasser gebracht hätte. — Geringere Sorten Flo-retseide rc. liefert auch die Schweiz.

Alle zum Weben bestimmte Seide ist entweder Or-gansin oder Tram. Gezwirnt kauft man die Seidein sogenannte MattoS ein. Ein Matts enthalt 4Knuppen, jede Knuppe aber bei Organsin 6, bei Trame4 Strähnen. Man kann diese Abtheilung mit Sträh-nen oder Stücken und Gebinden des Lein - und Wol-len-Garns vergleichen. Die Knuppen sind unterein-ander durch einen leinenen, die Strähnen aber durcheinen seidenen Faden abgesondert. Die Strähnen ei-ner ungefärbten eingekauften Seide sind 40 Zoll lang,die gefärbten aber etwas länger. Die Seide, welcheausItalien gefärbt kommt, ist die schlechteste, daher läßtman sie größtentheils roh, ungekocht und ungefärbt ausdiesem Lande kommen. Die Preise der Organsin - undTramseide verhalten sich gegen einander ungefähr wie3 zu 2, woraus die vorzüglichere Güte der ersterengleichfalls erhellt. UebrigenS hängt der Preis dieserWaare von der reichlicheren oder knappern Gewinnungder Cocons in Spanien, Italien, Frankreich rc. ab,weil sowohl die Witterung in Hinsicht der Maulbeer-bäume, als auch andere Umstände im Raupenleben dar-auf großen Einfluß haben. — Die Auswahl der Seidezur Fabricirung der verschiedenen Stoffe, ist eine wich-tige Sache; denn ist die Seide schlecht, und fällt siestark ins Gewicht, so bringt beides dem FabrikantenNachtheil. Man schätzt alle Seide nach ihrer Feine,Gelindigkeit im Anfühlen, Festigkeit und Geschmeidig-keit. Sie muß übrigens rein, und so wenig, als mög-lich, Unrath bei sich haben. Seide, die sich sanft an-fühlen laßt, führt nicht viel Kleber der Cocons bei sich,und leidet daher nicht viel Abgang, wenn dieser Gummioder Kleber durch dieKochung weggebracht wird; ist sie