Seide und Seidenbau. 331
daß sie durch diese Vereinigung einschlummert, durchihre Trennung aber wieder erwacht, und daß sich dereine dieser Strümpfe mit GlaSelectricität, der anderemit der Schwefelelectricität ladet, oder nach Art derHarze, daß einer mit dem andern durch 92mal größeresGewicht, als es selbst wiegt, getrennt werden muß.Symmer schrieb diese Erscheinung den Farben zu; eswar nämlich schwarze und weiße Seide, die zu diesemExperimente gebraucht wurde, allein dieses hat sich nichtbewährt befunden. Rollet brachte einen Seiden-strumpf, wie er vom Kaufmann kam, mit einem andernin Verbindung, welchem er die eine der gemeinen Tin-tenmaterie mitgetheilt hatte, ohne seiner weißen Farbezu schaden. Er löftte nämlich Eisenvitriol in Wasserauf, und so auch Galläpfel besonders, tauchte einenneuen Strumpf in die eine, und den andern neuenStrumpf in die andere Auflösung, ließ sie trocken wer-den, und versuchte jeden mit einem neuen weißen Seiden-strumpfe. Der vitriolisirte zeigte nichts, aber der gal-lirte that vollkommen, was der schwarze beim Sym-mer geleistet hatte, ob er gleich weiß war. Man ge-wahrte also hier, daß die Farbe keinen Einfluß hatte,nur die Vorbereitung im Färben. Eine leichtere Probekann man mit seidenen Bändern von allerlei Farbenmachen. Diese müssen nämlich vor der Appretur reingewaschen, dünn, glatt und von Taffetgewebe seyn.Man bringt sie trocken an die Haut. Andere Physikerwollen den Versuch Rollets mit den Galläpfeln fürnicht so vollwichtig halten, und führen an, daß weiß-seidene Strümpfe auf weißseidene Strümpfe gezogen,eben dasjenige leisten, weil sich die beiden Electricitätenniemals von einander trennen lassen, und immer beisam-men sind, wie dieses der Fall bei zwei oder mehr Elec-trisirscheiben übereinander ist. Symmer soll Rechthaben, daß sich der weiße Seidenstrumpf glasartig elec-trisirt, und der schwarze wie Harz oder Schwefel. Er