322 Seide und Seidenbau.
schloß dieses aus dem Funken oder Büschel, den ihreTrennung hervorbringt. Der Funke ist beim weißen,wie von einer geriebenen Glasröhre, wenn man derselbendie Fingerspitze nahe bringt; indessen, daß eine angehal-tene Metallspihe, dem schwarzen vorgehalten, einenLichtbüschel entgegenstrahlt. So wird ein schwarzesSeidenband gemeiniglich vom Glase, so frisch geriebenist, angezogen, das weiße hingegen zurück gestoßen, undes bewegt sich gegen eine Stange Siegellack oder gegenelekcrisirttn Schwefel. Steckt man, statt des weißenStrumpfes eine Glasröhre in den schwarzen, so hän-gen beide, wenn man sie erwärmt und reibet, aneinan-der, und trennt man sie, so geben sie dieSymmerscheErscheinungen. Legt man seidene Bänder und seideneGarnsträhnen aufGlas, electrisirt beides durch gemein-schaftliches Reiben, so hängt sich die Seide so fest andas Glas, und fährt, wenn man sie davon trennt, wie-der mit so vieler Gewalt dahin zurück, daß die Regel,zwei gleich elcctrisirte Körper stoßen sich von einander,etwas ins Gedränge kommt. Da man eine EnglischeGlasröhre, 2^- Fuß lang und 18 Linien im Durchmes-ser mit einer halb so langen Scheide von etwas rau-hem Seidenzeuge, als Seidenserge, bezog, und mit blo-ßer Hand am letzten Januar bei heitrer trockner Kalkerieb, so hing sich die Seide so stark anS Glas, daß dasGewicht, welches sie trennte, die eigene Schwere derScheide um 240 mal überwog.
Seide, eine Benennung einer Conchylse.
Außer den schon oben im Artikel Seide und Sei-denbau erwähnten Schriften, von Drewes, Live-rati, Behnke, v. Hazzi, v. Türk, Kettembeil,Bonafonsre. über den Seidenbau rc. sehe mannoch folgende nach:
Vollständig theoretisch-praktischer Unterricht zur Seiden-kultur für den Oesterreichischen Kaiser-Vlaal, besondersfür Ungarn, von Joseph Blaskavits. Wien, »Mo.