Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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352 Seidenfärberey. '

trug, so erhält sie in der Weißmachung nachmals etwasBlaues. Zu dem Silber- und Blaulicht-Weiß thut manauch in der zweiten Kochung etwas Blaues nach dem Au-genmaße, wie in der ersten Kochung. Wenn die Ko-chung geschehen, wird die Seide aus dem Kessel geho-ben, indem man sie aufStäbe thut. Die Säcke werdenhier nicht auf die Erde geworfen, sondern in ein Gefäßmit klarem Wasser; hierin werden si§ geöffnet, und dieSeide in das Wasser gelassen. Die Seide wird nunan den Stricken ausgebreitet, herausgehoben, auf diequer über das Gefäß gelegte Tragbare gethan, damitdas Seifenwasser in das Gefäß tröpfele. Dieseserste Seifenwasser wird in den Kessel, in welchem die weißeKochung geschehen ist, gethan, um zu einer andern Ko-chung zu dienen. Das Gefäß wird nun aufs Neuemit klarem Wasser angefüllt, in welchem man die weißeSeide wäscht und ausspült. Man läßt sie hernach ab-tröpfeln und richtet sie zum Zwirnen zu.

Die Weißmachung geschieht auf folgende Art.Man füllt einen Kessel mit klarem Wasser an, nimmtauf 30 Eimer etwa 1^- oder 2 Pfund Seife, läßt esstark kochen, und wenn die Seife geschmolzen ist, sorührt man das Wasser mit einem Stocke um, um zusehen, ob es den gehörigen Grad der Fettigkeit hat,oder ob dieser höher ist. Sowohl der höhere Grad derFettigkeit, als auch der mindere ist zu vermeiden; dennwenn die Weißmachung zu mager wäre, so erhielte dieSeide keine gleichmäßige Farbe, wäre sie dagegen zufett, so würde sie das Blau nicht gehörig annehmen,und an verschiedenen Stellen Flecke bekommen. DasSchäumen dieser Zusammensetzung, wenn man miteinem Stocke darin schlägt, giebt, wenn eS weder zuschwach, noch zu stark ist, den sichersten Maaßstab.Die Seide auf Stöcken wird nun in dieses Bad gelegtund zu derselben, nachdem der Schimmer der weißenSeide werden soll, etwas Rocon oder Indigo hinein