Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenfärberey. 353

thun. Die Seide wird auf folgende Weise in das Badgebracht. Man bringt alle Stücke, wenn sie auf ihreStöcke gebracht worden, hinein, und legt diese Stöckedergestalt, Laß ihre zwei Enden über den zwei Seitendes Gefäßes liegen, und alle Strähnen senkrecht in dasBad hinein hangen. Man dreht sie dann so, daß derobere trockne Theil gleichfalls in das Bad kommt, undalso alle Theile mit dem Bade geschwängert werden.Diese Verrichtung des Drehens der Seide in demBade, bis sie überall Farbe angenommen hat, wird dieSeide auslesen genannt, und die Stöcke, welchedurch die Stücke gehen, Weißhölzer. Das Umkehrenoder Umdrehen von einem Ende zum andern wird eineAuSlesung genannt, daher ist jede Umdrehung eineneue Auslesung, die man der Seide giebt. Zuletzt,wenn das Bad schon schwach wird, giebt man nichtmehr so oft die Auölesung. Während der ganzen Ar.beit, muß man dahin sehen, daß das Bad gut heiß ist,aber ohne zu kochen; auch muß man bis dahin, daß alleSeide eine gleiche Schattirung angenommen hat, be-hutsam glänzen; dieses geschieht gemeiniglich nach vieroder fünf Glänzungen. Nachdem nun die Seide egalist, dreht man sie trocken auf dem sogenannten Winde-stock; dann wird sie aus die Stangen ausgebreitet.Uebrigens versteht es sich, daß die Weißmachung derrohen Seide nur bei den Gattungen Seide angewendetwird, die keine von Natur glänzend weiße Farbe haben;denn wo dieses der Fall ist, da brauche man keine wei-tere Vorbereitungen.

Was nun dieSchweflung anbetrifft, so muß alleSeide, welche zu weißer Arbeit angewendet werden soll,außer dem gemehrten, geschwefelt werden, weil derSchwefeldampf ihr den höchsten Grad der Weiße zu-wege bringt, den man nur erreichen kann. Die Schwe-felung geschieht auf folgende Art: Die Seide wird aufaufgesetzte Stangen von-7 bis 8 Fuß Höhe ausgebrei»

<ver. techn. En«. Theil dll. A