Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenfärberey. 355

ander hängt. Hängt sie noch aneinander, so trägt mansie wieder zum Trocknen hin. Das Räuchern der Seidemit Schwefel hak die Eigenschaft, derselben einen gro«ßen Theil der noch zurück gebliebenen Farbe zu sntzie«hen, besonders den bräunlichen Schimmer; auch giebtsie derselben mehr Stärke, und selbst das, was man dasGeräusch durchs Anfühlen nennt. Dieses besteht darin,daß die Seide von dem Schwefel« so durchdrungenwird, daß wenn man die Faden einer Strähne zwischendie Finger drückt, und einen Faden über den andernreibt, ihr Reiben durch eine Bewegung merklich wird,die sich in der Hand empfinden läßt, und selbst durchein kleines Geräusch, das man sehr gut hört, wenn Mandie Seide vor das Ohr hält und damit eine Bewegungmacht. Wenn nun diese Zurichtung der Seide ein«gewisse Steife giebt, so hat man im Gebrauche diejenigenicht zu schwefeln, welche zum Mohr bestimmt ist, weil,wenn sie geschwefelt worden, sie dem Eindrucke der gro»ßen Rolle zu sehr widerstehen würde, unter welche dasZeug zum Mohr kommt; und weil es den Faden desZeuges verhindert, Mit genügsamer Freiheit einer überden andern zu laufen, um eine gute Mohrung anzuneh-men. Um diese Unannehmlichkeit zu vermeiden, dieaus der Steifigkeit und Härte, welche die Seide vonder Schweflung annimmt, entsteht, so hat man in ge-wissen Fabriken im Gebrauch, sie zu entschwefeln, wel-ches darin besteht, sie verschiedene Male in heißes Was-ser, wie bei der Färbung, einzutauchen. Diese Proze-dur macht die Seide weit gelinder und benimmt dersel-ben die verhergehende Zurichtung; indessen ist dieseSeide nie so gut zum Mohr, als diejenige, welche garnicht geschwefelt worden. Wenn man Seide, die ge-schwefelt ist, färben will, so muß auch diese erst ent-schwefelt werden, weil sie ohne diese Vorsicht nicht alleFarben annehmen würde, das heißt, nicht alle diejeni-gen, die nicht der Kraft der Säure widerstehen können.

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