Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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354 SLidenfärberey.

tet. Man wählt dazu eine hohe Kammer oder einenKamin, oder auch einen hohen Boden, wo, wenn esnöthig ist, der Luft'der Zugang verschafft werden kann,wenn man die Fenster und Thüreu öffnet. Zu 100 M.Seide nimmt man ungefähr 1, 1T oder 2 PffSchwefel in Stücken in einen Napf oder Topf vonEisen, auf dessen Boden man ein wenig Asche gethanhat; man zerstößt ihn gröblich, und legt ihn in einenHaufen auf die Asche. Man zündet nun an einemLichte ein Stück an, mit welchem man das Feuer anverschiedenen Orten des Haufens anlegt. Die Kammerwird nun gut zu gemacht, und wenn ein Kamin darinist, so muß auch der gut verstopft werden, damit sichder Schwefeldampf nicht zerstreue, und die Nacht dnrchlaßt man allen Schwefel unter der Seide verbrennen.Am folgenden Morgen werden alle Fenster geöffnet, umden Schwefeldampf und Geruch zu zerstreuen, und dieSeide trocknen zu lassen, welches im Sommer hinläng-lich ist. Während des Winters, nachdem der Geruchvom Schwefel vergangen ist, macht man die Fensterwieder zu, thut glühende Kohlen in die Feuerröpfe, umso die Seide zu trocknen. Es ist nöthig, daß der Ort,wo man die Seide schwefelt, so gelegen sei, daß mandie Thüren und Fenster öffnen kann, ohne daß manhinein zu gehen genöthiget ist. Man muß sie so langeoffen lassen, bis daß frische Luft hineingegangen ist,weil man, ohne diese Vorsicht, in Gefahr stände, vomDampf des Schwefels und der Kohlen zu ersticken.Wenn der Schwefel verzehrt ist, so nimmt man die aufder Asche sich bildende schwarze Rinde hinweg, weil siesehr Feuer fangend ist. Man bedient sich derselben, umden Schwefel damit in der Folge anzuzünden, welchesviel besser ist, als wenn man den Schwefel anzündet,welcher noch nicht gebvannt hat. Um zu sehen, ob dieSeide trocken genug ist, dreht man sie auf dem Nagel,,«nd sie ist gut, wenn sie im Drehen nicht mehr «mein-