Seidenfärberey. 367
angenommen hak, dann wird sie wieder herausgenommen,stark ausgerungen, in fließendem Wasser rein gespült,und im Schatten getrocknete Diese blaue Farbe istschön und hell, wenn sie noch frisch ist, und nicht in dieSonne kommt; denn in der Sonne wird sie grünlich.Aus der noch übrigen Brühe kann man noch mehrerehellere Schattirungen machen, die auch alle angenehmeFarben erhalten; man muß aber stets frischen Sal-miakgeist dazu thun, sonst werden sie grüner und weni-ger blau.
Ein dunkles Blau aus der Jndigoküpemit Blauholz. Man nimmt den Grund hierzuaus der kalten Jndigoküpe und särbt darin Seide mit-telblau oder wenigstens satt himmelblau. Wenn diesesgeschehen, so macht man das Blauholzbad zurecht. Istaus dem Blauholz vermittelst des Königswassers eineTinktur in Vorrath gemacht worden, so nimmt Mandavon nur so viel, als nöthig ist, die Seide darin zufärben; legt dann die vorher blau grundirte Seide hin-ein, und kocht sie darin solange, bis sie schön violettblaugeworden; dann in fließendem Wasser rein ausge-spült, und im Schatten getrocknet. Man kann auchdie blau grundirte Seide vorher in Alaun beißen, wovondie Farbe etwas dunkler wird. Nimmt man statt desAlauns nur 2 Loth blauen Vitriol aufs Pfd. Seide zurBeiße, so wird die Farbe weniger röthlich, und nurein falbes Dunkelblau. Obgleich diese dunklen Farbennicht aus dem Indigo allein bestehen, so sind sie dochnicht schlecht, sondern dauerhaft genug für gemeinehalbseidene Waaren, oder Floret, die immer wohlfeilergefärbt werden sollen. Soll das Dunkelblau aus demBlauholze nicht haltbar seyn, ganz falsch seyn,wie man sich auszudrücken pflegt; so muß mandie Seide vorher in blauem Vitriol beißen; dann.eine recht starke Blauholzbrühe machen, wenn man*amlich keine Tinktur davon hat, unter die Blattholz-