366 Seidenfärberey.
Kufe zu bequemen, in welcher man zu färben beliebt.
^ Am folgenden Lage findet man die Farbe in dem Badeschwebend, welche sehr schön blau, und ziemlich dick ist.Man kann darin sogleich die Seide, welche durch denAlaun- und die Weinsteinbäder vorbereitet worden, fär>ben; es ist aber besser, wenn man vorher die gröbstenTheile sich sehen läßt. Das Bad wird nämlich nach Ver-lauf von einigen Stunden grünlich, und dann bedarfdie Farbe zwar eine längere Zeit zum Eindringen; al<lein sie wird auch um so fester. Man gewinnt, wennman die Seide oder das Scidenzeug öfterer an die Lufthängt, und mehrmals in die Farbe eintaucht. Zuletztwird das Bad klar; allein da immer noch auf dem Bo>den der Kufe ein blauer Niederschag zurück bleibt, somuß man das klare Wasser abgießen, und dessen Stellemit einem Absude von Schmück ersehen, und Schei-dewasser, wie das erste Mal nachtröpfeln, welches manso lange wiederholt, bis kein blau mehr zum Vorscheinkommt.
Ulcramarinblau aus dem Kupfer. Mannimmt dazu ganz reine Kupferfeile oder raspelt undfeilt dazu das Kupfer selbst, damit man es ganz reinbekommt. Diese thut man in einen starken Kolben,gießt Salzgeist darüber, daß er noch einmal so hoch da-rüber steht, als dieses selbst in dem Kolben Raum ein-nimmt, läßt es 24 Stunden stehn bis sich der Salz-geist davon stark blau oder Seladongrün gefärbt hat,gießt ihn in einen andern Kolben ab, und frischenSalzgeist darauf, bis sich die Kupferfeile sämmtlich auf-gelöset hat, und nur noch die dem Kupfer beigemengtenfremden Theile zurück bleiben. Man gießt nun alle diesegefärbten Salzgeist-Tinkturen oder Kupftrsolutionen zu-sammen, und mischt so viel Salmiakgeist darunter, bisdie Tinktur davon ganz gesättiget ist. Dann neht mandie Seide mit warmen Wasser, und legt sie so lange indiese blaue Tinktur, bis sie eine schöne Ultramarinfarbe