Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenfärberey. 371

gebeitzt, und wenn dann von der gelben Tinktur so viel-,als nöthig ist, in dem Kessel heiß geworden, bringt mandie Seide hinein und färbt aus dem Farbenbade eineSchattirung nach der andern, bis daß das Bad ausge-nutzt worden. Die Seide wird dann stark auSgerun-gen, in fließendem Wasser gut ausgespült, und an dieLuft zum Trocknen gehangen. Man kann die eben b«,schriebenen drei Farbentinkturen aus der Curcumey,dem Gelbholze und den Kreuzbeeren auch ZumGelbfärben kalt gebrauchen, und muß zu diesem Zweckedie gebeitzte Seide zu einer jeden Schattirung so langeunter öfterem Umwenden in dem Bade liegen lassen, bissie genug Farbe angezogen hat., Man kann aus deeCurcumey und dem Gelbholze die färbenden Theile auchvermittelst des Königswassers ausziehen, bei den Kreuz-beeren muß man nur bloß den sauren Geist nehmen,oder einen bloß starken guten: Weinessig.

Eine schöne hellgelbe Farbe aus der Schle-he n b l ü th e. Man sammle die genannte Blüthe zuder Zeit, wo sie noch in den Knospen ruht, und sichsolche noch nicht geöffnet haben, und also ihre Kraftnoch beisammen ist, und durch die Luft und den Son-nenschein noch nicht gelitten hat. Man nimmt so viele,als man nur bekommen kann, und trocknet sie nachherzu Häuft: im Schatten langsam ab, um sie zum Ge-brauche trocken aufbewahren zu können. Die getrock-neten Blüthen welche man bei den Kräuterhändlern undApothekern kauft, die solche oft erst einsammeln, wennsie schon abfallen wollen, sind bei weitem nicht mehr sokräftig. Man thut diese trocknen Schlehenblüthen ineine messingene Pfatme, oder auch in eine glasirte ir-dene Schüssel mit Wasser, stellt sie über ein Kohlen-feuer, und röstet sie unter beständigem Umrühren miteinem hölzernen Stäbe, bis sie schön gelb, aber nichtbmun geworden sind. Man gießt dann, wenn sie nochüber der Gluth stehen, frisches kaltes Wasser darauf,

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