Seidenfarberey. 373
ches von dem Bodensatze klar und rein abgegossen wird.Von diesem Farbenbade thut man nun allemal so vielin den Kessel, als die Seide erfordert, die man darausfärben will. Man thut nun dazu aufjedes Pfd. Seide4 Loth salpetersaures Kali, und etwas weniges mit derFarbensiüssigkeit aufgelösten und abgeriebenen Grün-span. Nachdem nun die Seide durch eine Beitze von4 Loth Alaun vorbereitet worden, wird sie so lange indem heißen Farbenbade herumgezogen,bis die erste Schat-tirung stark genug an Farbe ist. Hierauf färbt mandie helleren Schattirungen eine nach der andern aus die-sem Farbenbade, und hängt sie an freier Luft zum Trock-nen auf. Die Seide muß zu den helleren Schattirun-gen nicht in einer eben so' starken Alaunbeitze bereitetwerden, als wie zp der dunkelsten Schattirung, sondernnur aus derNachbeitzevon diesen. — Aus dem Pfrie-menkraute kann man dieselben Farben bereiten, esmuß auch eben so abgekocht werden. Man beitzt dieSeide vorher mit 4 Loth Alaun und mischt unter diereine klare Farbensiüssigkeit dann das salpetersaureKali,thut die Seide in die Farbensiüssigkeit, und färbt erst diedunkele und nachher die hellere Schattirungen.
Das Gelbfärben der Seide mit Wau, s.Th. 123, S. 54 u. f.
Das Chromgelb aufSeide, nach dem HerrnDoctor vonKurrerin Augsburg. Die rohe Seide,so wie auch alle Seidenstoffe nehmen im weißgebleichtenZustande alle Abstufungen von Chromgelb an; sie müs-sen aber vorher mit essigsaurer oder salpetersaurer Bley-auflösung impregnirc oder eingeweicht, gedeiht, unddann in einem gesäuerten chromsauren Kalibade durch«genommen werden. Die Beißen mit dem essigsaurenoder salpetersaurer» Bley werden heiß gegeben, die Waa-ren abgetrocknet, ausgewaschen, und in einem mit Essig-oder Salpetersäure gesäuerftn chromsauren Kalibadebei einer Temperatur von 48 bis 50 Grad gelb gefärbt.