Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
374
JPEG-Download
 

374 Seidenfärberey.

Je nachdem die Vorbereitungsbeißen schwacher oderstärker in Anwendung gebracht werden, lassen sich alleSchattirungen von hell- bis tiefgelb darstellen. In.tensiver erscheinen die braungelben Abstufungen aufSeide, wenn die Waare abwechselnd einige Male inden Beitz- und Farbebädern durchgenommen wird.Nachdem die Seide die gewünschte gelbe Farbe besitzt,wäscht man sie so lange am Flusse bis keine gelbe Flüs-sigkeit mehr abläuft, und trocknet sie im Schatten ab.Es sollen sich nach dieser Methode der Seide noch sehrschöne Farbentöne mittheilen lassen, wenn man sich,statt der obigen Beitze des Basisch essigsauren oder Ba-sisch salpekersauren Bleyes bedient.

Das Grünfärben der Seide, s. Th. 20, S.199 u. f. Um ein sattes Grün auf Seide zu bringenoder die Seide satt grün zu färben, muß man zuerst dieSeide in der kalten Jndigoküpe satt hellblau oder nnt-telblau färben; aber im Dunkelblau, weil sie sonst keinschönes Grün annimmt. Aus derJndigoküpe zieht manzuerst die Seide durch warmes Wasser, hernach wird srnoch im fließendem Wasser rein ausgewaschen, damit diegelbe Farbe um so eher recht gleich zu einer schönengleichen grünen Farbe werde. Man macht nun, wieschon oben bei den andern Farben angeführt worden, eineAlaunbeize von 4 Loth Alaun zu 1 Pfd. Seide, wo-rin die blau grundirte Seide etliche Stunden lang liegenmuß; dann wird sie herausgezogen, nicht ausgerungen,gespült, und bei Seite gelegt, bis die gelbe Farbenflüs-sigkeit fertig ist. Das gelbe Bad von Scharte oderPfriemenkraut muß immer recht stark gemacht werden,damit die blaue Farbe sich gut mit derselben zum Grünvereinige; denn sonst wird das Grün nicht schön, indemdas Blau vorherrscht. Daher ist es auch besser, wennman erst die Seide gelb färbt oder derselben einen gelbenGrund giebt, und sie dann durch die Blquküpe zieht, weilman immer bei gehöriger Vorsicht sicherer darauf rech-