Seidenfärberey. 379
haben muß, eine schöne schwarze, nicht das Zeug zerstö-rende Farbe,auf Seide hervorzubringen. — Man fin-det in den verschiedenen Seidenfärbereyen auch verschie-dene Arten, die Seide schwarz zu färben, doch kommenalle, wie schon bemerkt worden, darin überein, daß Eisendazu genommen wird.
Um die Seide schwarz zu färben, mache man einenGalläpselabsud. Hierzu nehme man aufjedes Pfd. Seide4 Pfd. Galläpftl von der gewöhnlich leichten Gattung,und thue dazu ^ Pfd. der Gallapfel von Aleppo. Manstößt alle diese Galläpfel gröblich, und läßt sie in derdazu nöthigen Quantität Wasser zwei Stunden kochen.Weil nun das Gallusbad im Kochen sich sehr vermin-dert, so muß man es nach Verlauf von einer Stundemit Wasser ersetzen, und nach zwei Stunden nimmt mandas Feuer unter dem Kessel weg. Man läßt das Badsich setzen, und nimmt die Gallapfel mittelst eines durch-löcherten Beckens heraus. In dieses Bad thut mannun eine Stunde darauf die vorher mit Seife gekochteund dann alaunte Seide. Das heißt, nachdem sie aufden Stöcken abgelaufen ist. Man taucht die Seide soin die Gallung, indem man die Stricke einen über denandern macht. Man'gebe Acht, daß die Seide im Badenicht oben schwimmt, sondern sie muß ganz in demBadeliegen, das heißt, damit bedeckt sein. Hierin bleibtsie zwölf bis fünfzehn Stunden, nach welcher Zeit siewieder herausgenommen und im Flusse gespült wird.Soll die Seide ein sehr schönes, nach dem Färberaus-drücke schweres Schwarz erhalten, so muss sie zwei-mal gegallt werden; man muß sie dann noch einmal indas Gallusbad bringen, und sie eben so behandeln, wiedas erste Mal. Zu der ersten Gallung bedient man sichgewöhnlich der schon gebrauchten Galläpfel, und einmalzu dem zweiten Bade frische Species. Einige Färbergallen das schwere Schwarz nur einmal, und lassen dazuden alten Satz aufkochen, den sie hernach wegthun; dann