Seidenfärberey. 381
Sonne etliche Tage lang, zwar offen, aber so oft esregnet, wird sie bedeckt, und nur bei Tage, so lange esnicht regnet, offen gelassen. Zu dem andern Theile dekEisenflüssigkeit nimmt man statt des Essigs eine Reis-brühe. Der Reis wird demnach mit so viel Wassergekocht, daß er sich darin ganz verkochen und zu einerdünnen Flüssigkeit verrühren lassen kann. Mit dieserReiSbrühe fülle man ebenfalls eine Kufe, wie die erste,zur Hälfte an, und lasse sie zuvor erkalten. Dannmacht man wieder so viel Eisen glühend, und legt es indie Reisbrühe, als das erste Mal beim Essig, und auchmit eben der Vorsicht in allen Stücken, wie dort. Istnun auch in der Reisbrühe das Eisen abgelöscht wor-den, so läßt man sie ebenfalls bedeckt stehen, bis sie er-kaltet ist, stellt sie hernach an die freie Luft offen, miteben der Vorsicht, dqß sie vor dem Regen bewahrtwerde, wie die andere, weil nur Licht und Sonnen-schein bei Tage darauf wirken sollen; damit aber inkeine etwas Unreines falle, muß man ebenfalls besorgtseyn. Wenn nun beide Flüssigkeiten auf diese Weisesechs bisachtTage lang ruhig gestanden haben, so zapftman die Eisenflüssigkeit ab, und mischt beide unter ein-ander in einer besonderen Kufe, die man ganz voll ma-chen muß, Und läßt sie wiederum sechs bis acht Tagelang offen an der freien Lust stehen, jedoch mit der bemel-deten Vorsicht. Beim Abzapfen von dem Eisen wirddie Flüssigkeit nicht roth aussehen, wie eine gerösteteEisenflüssigkeit, sondern nur schwarzgrau. Sind flehingegen untereinander gemischt und noch einige Tagelang an freier Luft, so geht eine Gährung der Brühevor sich, wodurch oben ein Schaum auögestoßen wird,- und die Eisentheile kommen dadurch in bessere Auflösung,werden aber eben dadurch, und weil die Flüssigkeit selbstmehr sauer wird, brauner, aber niemals roth, wie dieRostbrühe, weil dabei nicht so viele Säure und Salzegebraucht werden. Man nimmt nun den Schaum oben