Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seiden-Magazin. Seidenmalerey. 399

Seiden-Magazin, große Gewölbe in den Handels,städten, in welchen die rohe Seide auf^wah'e wird.Auch das Gewölbe eines Seidenhändlers, worin erseine Waaren, die aus Seide gewebt worden, feilbietet, erhält diesen Namen.

Seidenmalerey, die Kunst auf seidenen Zeugen zumalen. Bei dieser Malerey kommt es besonders aufdie Wahl und Präparatur der Farben an. Manwählt hier besonders Sastfarben, Farben aus denPflanzenstoffen, aber keine Deckfarben aus dem Erk-und Mineralreiche; denn Letztere würden den Glanzder Seide zu sehr verhüllen und sie nicht durchschei-nen lassen, welches aber die Lasurfarben nicht thun.Zum Gummiren dieser Farben nimmt man auserle-senen Gummi Tragant, so weiß, als man ihn nurbekommen kann; er verhindert nicht nur das Aus-laufen der Farben, sondern befestiget sie auch, welchesbei dem gewöhnlichen Gummi, dem Gummi Arabi-kum, nicht der Fall ist, welcher sie dunkel und schmuz-zig macht. Man löset den Gummi Tragant in sovielem Wasser auf, daß es die Dicke eines starkenBaumöls erhält. Das Wasser, welches zur Auflösungkommt, muß weich seyn; daher ist Brunnenwasser dazugar nicht tauglich, nur Flußwasser, welches Letzteredurch Löschpapier filtrirt und gereiniget werden muß.Die Prüfung der Güte des Wassers ist, wenn manSeife darin zergehen läßt, und dieselbe nicht unter-sinkt. Zu mehreren Farben nimmt man auch wohlKandiszucker, um sie dadurch zu erhöhen; weil derZucker wenig Kali enthält, welches den Farben scha-dek, und z. B. Karminroth in Purpurroth umivan-delt; man muß aber nur sehr wenig Zucker dazu neh-men, weil die Malerei sonst zu viel Feuchtigkeit ansich ziehen und dadurch der Leckerey der Fliegen aus-gesetzt seyn würde, die nicht nur die Malerey verder-ben, sondern auch die Seide mit ihrem Unrathe be-