Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidennianufaktur. 405

den früheren Jahrhunderten noch nickt ihre Schrift-steller hatten. So viel scheint indessen wohl gewißzu seyn, daß man die ersten Seidenmanufacturenim südlichen Europa, in Italien, zu suchen hak, undvon ha kamen sie nach England, Frankreich, Spa-nien und Deutschland. Eö kann aber auch seyn,daß die Spanier sowohl den Seidenbau, als dieSeidenfabrikation schon früher von den Mauren er-halten haben, als sich diese von Afrika aus diesesLandes bemächtigten, und darin den Ackerbau unddie Gewerbe in einen hohen Flor brachten; und sokönnte dieser Manufakturzweig auch aus dem We-sten von Europa, aus Spanien nach den übrigenLändern gekommen seyn; und nimmt mau an, daßdie Kreuzzüge, die Europa mit so vielen Produktendes Morgenlandes bekannt machten, auch wohl Ver-anlassung gegeben haben können, daß Seidenstoffemit den rückkehrenden Kreuzfahrern nach Europa ge-kommen, so konnte dieser Zweig auch wohl von allenden Nationen, die an diesen Zügen Theil nahmen,als von Italienern, Franzosen, Engländern, Deut-schen, nach ihrem Vaterlande gebracht worden seyn,und daselbst die Aufmerksamkeit der Regierungenund des Volkes erregt haben; denn die ersten Pro-dukte die man in Seide, sowohl in England, als inDeutschland gefunden haben will, wie alte Schrift-steller berichten, waren Scickereyen von Frauenzim-mern, die also die Seidenstoffe auf diese Weise nachzu-ahmen gesucht haben, da bei ihnen Leinweberey rc.schon im Gebrauch war.

Nach dem Berichte L>ttos von Freisingen,nahm der König Roger von Sicrlien bei der Ero-berung von Korinth, Theben und Athen die Griechi-schen Seidenweber gefangen, und versetzte sie nachPalermo, wodurch die Seidenweberey in Italienihren Anfang nahm, s. auch oben, S. 34 und 35.