Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenmanufaktur. 425

! turen, überhaupt aller Manufakturen, die Luxusartikelliefern; sie hängen gleichsam von dem Luxus, von derI Mode ab, und sinken oder steigen, je nachdem diesersinkt oder steigt, und stimmen auch darnach den Tonder Arbeiter, hochfahrend und zu Aufständen geneigt,

! und dann wieder in tiefes Elend versinkend, so daß auchdieses dem Staate gefährlich wird. England giebt zudem Gesagten das treueste Gemälde; denn so wie sichdieSeidenmanufakturen in diesem Lande hoben, zeigtensich auch die Verbindungen unter den Arbeitern zumNachtheile des Staates; ja es kam sogar im Oktoberdes Jahres 1769 zwischen diesen und den KöniglichenTruppen zu einem Gefechte, in dem von beiden SeitenMenschen blieben. Die Einführung der Baumwollen-zeuge im letzten Drittel des verwichenen Jahrhundertsgab Englands SeidemUanusakturen, wie auch schonoben erwähnt worden, einen so unerwarteten Stoß, dader Wechsel der Mode so schnell geschah, daß 10,000Seidenarbeiter außer Brod kamen, und so hat derWechsel der Mode rc. immer in diesem Lande Gelegen-heit gegeben, zu Aufständen unter den Arbeitern, wo-von auch die jüngste Zeit Beispiele liefert.

Uebrigens ist nicht zu leugnen, daß die Franzosen indiesem Manufakturzweige, was Leichtigkeit im Erfin-den, Geschmack und Fertigkeit in der Ausführung anbe-trifft, noch langeüberihre Machbaren. Engländer, Deut-schere., triumphiren und Herr ihrer Beutel seyn werden,solange nämlich dieSucht, besonders bei dem Deutschen,herrschen wird, sich mit fremden Stoffen zu bekleiden,und Alles, was das Ausland uns zuführt, und mit einemromantischen einschmeichelnden Namen belegt, für un-nachahmlich zu halten; obgleich wir nicht nur im Nach-> ahmen, sondern auch im Erfinden Fertigkeit genug be-sitzen, und unsere Seidenmanufakturen in neuester ZeitBeweise genug von schöner Arbeit liefern. In derallgemeinen Handlungszeitung, 20. Jahr-