Seidenwirkerey. 465
Rahmens ausdehnt, so wird mit demselben Stäbe dieandere Halste des Rahmens gleichfalls mit Strähnenvon Wolle ausgefüllt, und diese werde« auf die vorge-dachte Art ausgedehnt; dieses Ausdehnen muß jedochnach und nach geschehen. Der Seidenwirker muß nun,je nachdem er zur Kette Wolle und Seide vermischt,oder Seide allein nimmt, solche auf Spulen wickelnlassen, wozu er zur Seide, die oben, S. 450, angeführteWickelmaschine, zur Wolle aber eine Haspelwindenebst einem Spulrade gebraucht; s. unter Spulradund unter Winde. Wenn der Fabrikant seine Kettescheereu will, so muß er eine Scheerlatte haben,und eine Scheermühle, s. Th. 141, S. 486, 491.DieScheerlakke, Fig. 8700, ist ein länglicher vierek-kiger Rahmen, dessen Umfang aus vier LatteN a 6 ockbesteht, welche durch andere Latten e k in fünf Theilegetheilt sind. In allen diesen Abtheilungslatten sindin gleicher Entfernung schräge Einschnitte gemacht,welche gegen einander parallel laufen. Man kann dieseEinschnitte in der Zeichnung in den Latten 6 und 1 be-merken. In diese Einschnitte werden die Spulen mitihren Drachstiften a b, Fig. 8701, eingesteckt. DieseScheerlatte steht gegen die Scheergiebe in einer schregenRichtung, und damit man der Scheerlatte diese Stel-lung geben kann, so hat dieselbe hinten einen Fuß Z,welcher oben an dem Rahmen in 6, befestiget ist. DerBreite nach ist ein ausgeschnittenes Brett, welches mitseinen Zapfen in den Hauptlatten a und d beweglich! steckt, und dieses Brett führt den Fuß so, daß solcherbald hoch, bald niedrig gestellt, und daher die Scheerlattebald mehr, bald weniger geneigt gerichtet werden kann. —^ Die Scheermühle, Fig. 8702 ist ein von verschiede-nen Latten g 1) o cl zusammengesehter runder Rahmen,der vermittelst der Querstäbe 6, k, Z und k unten undoben zusammen verbunden ist und eine gerundete und^ zwölfeckige Gestalt hat. Sowohl unten, als oben, istDer. tech. Enc. Theil 01,11. G g