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Seidenwirkerey. 475
mglich nur mit halben Gängen zu scheeren, so daß erst,wenn er mit der Hälfte der Rollen, die er zu einemganzen Gange gebraucht, auf der Scheermühle einmalherauf und herunter geschoren hat, ein ganzer Gangentsteht. Diese 15 Rollen mit Seide vertheilt er aufseiner Scheerlakte dergestalt, daß er in drei Abtheilun-gen gleich viele Rollen aufsteckt, daß also in jeder Ab-theilung der Scheerlatte 5 Rollen zu stehen sommen.Er nimmt alle Enden der Fäden seiner Rollen, knüpftsie alle zusammen, zieht sie zwischen die Stange § und3 a, auf den Führer Fig. 8702, leitet sie zwischendie beiden Glasenden 2 und t?, und hängt sie zur Hälfteüber den Nagel Z Jetzt leset er die Kettenfäden ein,das heißt, er muß die Kette, Faden um Faden insKreuz in zwei Theile eintheilen, und hierdurch dasOber- und Untergelese oder Bandfadenkreuz machen;denn dieses Bandkreuz muß verursachen, daß bei demWeben des Zeuges, wenn getreten wird, ein Faden umden andern in den Schäften auf und nieder geht. Eswird hierbei auf folgende Weise verfahren. Der Schwe-rer fast mit seiner linken Hand alle Kettenfäden zusam-men, streckt seine rechte Hand aus, und greift mit demDaumen den obersten ersten Faden der ersten ReihenSpulen, so daß er über den Daumen und unter denZeigefinger zu liegen kommt. Dann nimmt er denFaden, legt ihn über den Zeigefinger, und läßt ihn un-ter dem Daumen weggehen. Hierauf läßt er den Fa-den gleichfalls wieder über den Daumen und unter deml Zeigefinger weggehen, und dann wieder über den Zeige-finger und unter dem Daumen, und so legt er wechsel-weise einen Faden über den Daumen und unter denZeigefinger, und so umgekehrt, bis an den letzten Fadenvon der ersten Abtheilung seiner Spulen auf derScheerlatte. Diesen letzten Faden nimmt er über sei-nen Daumen und läßt ihn unter den Zeigefinger gehenin den folgenden ersten obersten Faden seiner zweiten