488 Seidenwirkerey.
geht durch die Hälfte der Leßten aller andern Schäftedurch, und berührt die andern Augen nicht; denn einjedes Auge hebt mit dem Kamme nur einen einzigenKettenfaden. Nach dem Einpassiren der Kettenfädenin die Schäfte müssen alle Fäden gleichfalls durch dasRictblatt passirt werden. Dieferhalb macht er dieSchäfte von den Kammhölzern loö, so wie er auch dieFäden in den Angen losbindet, und diese daraus zieht.Er nimmt auch das Gewicht ab, schiebt die Schäfte inetwas zurück nach den Schienen oder Ruthen zu, die inder Kette stecken, damit er vorne etwas Plah erhält.Er nimmt sein Rietblatt und legt es mit seinen Endenauf die beiden Kammhölzer, so daß es flach darauf zuliegen kommt. Die Schäfte sind von dem Arbeiter ge-theilt, so daß der vorderste, worin die wollenen Fädenstecken, in etwas von den andern drei Schäften, worindie Seidenfäden sind, entfernt ist, damit er gewöhnlichdazwischen kommen kann, um die seidenen Fäden vorden wollenen Fäden besonders vorziehen zu können.Alle Fäden, sowohl die seidenen- als auch die wollenen,hangen zum vordersten Schafte heraus, und nebenein-ander in einer Reihe fort. Die Kettenfäden werdennur mit der linken Hand gesucht, und mit der rechtenfolgendersveife einpassirt. Der Arbeiter bedient sichhierzu eines Instrumentes, welches Nie tmesser ge-nannt wird. Dieses ist ein dünnes Messingblech, Fig.8709, welches fünf Zoll lang und etwas über einenhalben Zollbreit ist. Eshat auf beiden EndengekrümmteEinschnitte u und k, worin diese Fäden eingehakt wer-den, um sie zwischen die Rietstifte durchziehen zu können.Das Blech hat einen Grad auf seinen beiden Kanten,jedoch so. Laß sie nicht geschärft, sondern stumpf sind.Beide Enden sind abgerundet, damit wenn er beimEinziehen der Faden das Rietmesser zwischen die Rohr-stifte steckt, diese nicht spalten, wenn er von ungefährmit diesem Messer auf einen Rohrstift stößt, wie sich