Seidemvirkerey. 487
diesen gesuchten Faden aus dem Buche, und hangtsol-chen über den Einschnitt der Passette, welche der Ein-passirer zwischen die Lehen der Schäfte durchsteckt.Das Durchstecken der Passette geschieht dergestalt, daßsolche beständig neben derjenigen Letze hinten heraus- -kommt, in dessen Auge der Kettenfaden passirt werdensoll. Da die Leisten oder Kanten dieses ZeugesWolle an die Kette geschoren sind, so müssen auch dieseanfänglich zuerst in die Schäfte einpassirt werden.Ist dieses geschehen, so reicht der Zulanger einenseidenen Faden, diesen zieht der Mitarbeiter in den er-sten Schaft von hinten, den folgenden Faden durch denfolgenden zweiten Schaft von hinten, und den drittenFaden in den dritten Schaft. Bei jedem seidenen Fa-den sagt der Zulanger Fig. 1, Fig. 2, und so weiter.Dann reicht er einen wollenen Faden, dieser wird durchdas Auge des vierten oder vordersten Schaftes gezogen.Er sucht den wollenen Fade», so wie den seidenen in derausgebreiteten Kette, welches er ohne Hinderniß in dergrößten Geschwindigkeit verrichten kann, und sagt Grund1. Trifft es sich nun, daß er bei dem Ausziehen der ein-zelnen Fäden aus dem Buche mehrere herauszieht, in-dem sie zusammenhangen, so muß er genau zusehen,wo diese Faden hingehören, damit sie nicht an der un-rechten Stelle in ein Auge des Schaftes einpassirt wer-den, dieses geschieht aber selten; denn das Gleichbürstenund Abschneiden der Enden an den Knoten hat schonverursacht, daß die Enden starr sind, und sich nicht an-einander hangen. Jetzt werden alle Kettenfäden nach-einander einpassirt, das heißt, von hinten nach vorne,jederzeit drei seidene, und baun einen wollenen Faden,bis die Kette ganz einpassirt ist. Die Leisten von bei-den Seiten werden eben so von hinten nach vorn ein-passirt. Die- Enden aller Kettenfäden hangen nach demEinpassiren vorne aus den Schäften heraus. Ein Fa-den, der d.urch das Auge eines Schaftes gegangen ist,