508 Seidenwirkerey.
Auch bürstet derselbe die Kettenfäden mit einer Bürstevon langen Schweinsborsten, damit das Rauhe,welches sich darauf befinden möchte, zusammengeschobenund abgenommen werden kann. Auf das Putzen derKette kommt Alles an, um die Arbeit schön zu liefern,Nach dem Putzen muß der Weber seine Kette so viel,als möglich, immer ausgespannt erhalten; denn wenner dieses unterlaßt, so entstehen hieraus zwei Fehler,Die Kette wird erstlich üngewöhnlich eingearbeitet, sodaß der Fabrikant an dem Ellenmaaße Schaden leidet;zweitens wird das Zeug, wo die Kette nicht genug ge-spannt ist, welk, unansehnlich, und bekommt nach derAppretur kein gutes Ansehen. Dieserhalb muß eine ;Kette so viel, als möglich, und so viel, als sie es nurver- !tragen kann, ausgespannt werden, woraus wieder zweiVortheile entstehen. Der Zeug gewinnt am Ellen-maaß und bekommt ein weit besseres und dauerhafteresAnsehen. Die Fadenbrüche bei dem gewebten Zeugeentstehen, wenn in der Kette Lücken sind, das ist, Ket-tenfäden fehlen. Ein achtsamer Weber sucht diese Fa-denbrüche dadurch zu vermeiden, daß er, sobald sich einesolche Stelle zeigt, gleich einen Faden vor den Schußanlegt, ihn durch das Blatt in den Schaft zieht, undihn, wenn er unterwegeS seinen Gegner nicht findet, bisdurch die Ruthen zu dem Baume hinauf leitet. Hier-auf nimmt er eine Nadel, steckt solche an dem Baumunter einen ganzen oder halben Gang ein, biegt sie dannzusammen, so daß Spitze und Kopf beinahe zusamme»kommen, fährt mit dieser Nadel um den ganzen Baum,von vorne nach hinten Herum, bis diese Nadel wiedervon vorn vor den Baum zu stehen kommt; dann nimmter den angeknüpften Faden, der ihn bis an den Baumbegleitet hat, und wickelt ein ziemlich langes Ende umden Kopf und die Spitze der gebogenen Nadel dicht ausden Gang, worin sie steckt. DieseNadel, Spältegenannt, muß nun anstatt des gerissenen Gegners den