Seidenwirkerey. 509
Faden erhalten und bei dem Abrollen der Kette zumWeben geht diese mit Seidenfäden umwickelte Spaltemit, und wenn sie der Gegner bei dem neuen Abwik-keln nicht findet, so muß mit einem neuen angeknüpftenFaden das nämliche mit der Spälte vorgenommen wer-den. Bei dem Putzen muß dieses sehr oft geschehen,weil dann ein aufmerksamer Weber gleich alle fehlendeFäden findet, und an verschiedenen Stellen dergleichenSpalten machen muß. Der Weber hat, außer demEinschießen des Einschlagfadens, immer eine verdrießlicheArbeit auf sich, und es müß ihm daher viel daran gele-! gen seyn, daß der Kettenscheerer die zerrissenen Fädeni gleich ergänzt. Hat er eine Kette von sehr schlechterSeide, so sucht er sich zwar mit dem unerlaubten Mit-! tel zu helfen, daß er die Kette mit Gummiwasser bürstet;allein dieses hilft ihm nicht immer; denn Las Reißenhat kein Ende.
Die Appretur der halbseidenen Zeuge ge-schieht auf folgende Weise. Man putzt erst alle Zeugeauf dem Stuhle während des WebenS; und dann auch,wenn sie schon ganz fertig sind und von dem Stuhleabgenommen worden, s. auch oben, S. 506. Auf demStuhle werden sie mit einem kleinen Eisen, welches beiden Leinen- und Wollenwebern Nop seifen, in denSeidenfabriken aber Plo tter heißt, von allen Knoten,die durch das Zusammenknüpfen der Fäden entstanden,und von allem, was noch bei dem Putzen übrig geblie-ben ist, gereiniget, indem mit der Schärfe dieser Zangediese Ungleichheiten von dem Zeuge abgerissen und ab-gezogen werden. Ist dieses geschehen, so wird der ZeugTafelweise aufeinander gelegt, und wenn es einen baum-wollenen oder wollenen Einschlag hat, wird an demeinen Ende ein Stück Leinwand von etlichen Ellen an-genähet; ist aber der Einschlag Leinen, so wird es bloßauf einer großen Rolle der Färber gerollt. Diejenigenhalbseidenen Zeuge aber, welche mit Baum- oder Schaf-