Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seidenwirkerey. 517

nannten glatt seidenen Zeugen werden gleich mit derKette geschoren, unterscheiden sich jedoch von derselbendurch ihre verschiedene Farbe. In jeder Kante scheertder Fabrikant einen einzigen leinenen Faden, welcher indessen Kunstsprache Codaline genannt wird. Jederdieser leinenen Fäden ist dutch einen besonderen Schafteinpassirt, so, daß wenn der eine Faden in der einenKante heraufgeht, der andere Faden an der andernKante herunter geht, und daher die Kanten recht starkund gut ausgespannt werden können, damit der Zeugnicht bei dem Weben einlaufe.

Man hat von diesen Zeugen auch streifige, von denendieKette entweder in gleich auseinander folgendenStreifengeschoren wird, und wo die Streifen nur aus einer einzi-gen Farbe bestehen; bei der andern bilden sich die,Strei-fen nach der Schatkirung, oder nach Licht und Schatten.Die erste Art soll ein guter Tastet, die zweite ein Grosde Tours seyn. Der Fabrikant soll nun einen gutenstreifigen Tastet verfertigen, dessen Streifen von ver-schiedenen Farben ohne Schatkirung sind. Angenom-men, daß sich die Streifen in drei Theile theilen, odersich durch die ganze Breite dreimal bilden sollen, so mußman den ganzen Zeug in drei Theile theilen. DieBreite eines guten Tastet« beträgt 4 Ellen, welches 30Zoll macht, so wird die Breite eines jeden Theils 10Zoll betragen, wozu 533 Riet erfordert werden, weildas Blatt zu diesem Tastet 1000 Riet hoch steht. Esbleibt dann noch ein Riet im Ganzen übrig, welchesaber nichts bedeutet. Daher gehören zur ganzen Breite6396 Fäden. Jeder Theil nach der ganzen Breite sollnun folgende Streifen bilden.

Eine rosenrothe von 30 Riet.

- weiße - 20 -

- carmoisinrokhe - 30 -

80 Riet.