538 Seidenwirkerey.
wo diese eingefübrt ist, und die Seide zum Atlas, wel-che nach dem Gewichte 30 As und etwas darüber sey»sollte, wie es ehemals Bestimmung war, wird jetztnur nach der eigenen Kenntniß des Seidenfabrikantengewählt, das heißt, wie er sie, seinem Absätze des Zeugesgemäß, anwenden kann, und dieses scheint auch wohlden größten Einfluß auf diesen Manufaktur-Zweig z„haben, nicht des wenigeren Absatzes, sondern der Gütedes Fabrikats wegen, weil das Binden an ein Regle-ment hier nur störend einwirken kann. Auch wurdevon den Seidenfabrikanten schon damals das Reglementumgangen. Sie wählten zu dem Atlas eine Seide,welche demselben das Verlangte Ansehen gab; dennwenn auch die Appretur noch so gut ist, so ist die Seidedoch immer die Basis der Güte; daher kommt es auchauf das Gewicht derSeide nicht an, wohl aber aufihreEigenschaft. Die Seide muß daher weder hart, nochstarr sein, sondern weich und sanft. Sobald nunder Fabrikant zu diesem Zeuge die Auswahl seiner Sei-de getroffen hat, und er will einfachen Atlas machen, sobraucht derselbe, wenn das Blatt 1000 Riet hochstehtzu seiner Kette 4000 Fäden, weil er vier Fäden zwischenzwej Riete ziehen muß. Er kann diese Kette mit 40Rollen am bequemsten scheeren, womit er 50 Gänge zu80 Fäden scheert. Die Kette wird beim Scheeren undAufbäumen wie alle andern oben angeführten Ketten be-handelt. Die Leiste oder Kante zu diesem, wie zu fastallen ganz seidenen Zeugen, schwerer der Fabrikant gemei-niglich besonders. Dieser Zeug wird mit acht Schäf-ten gewirkt, und die Fäden werden von hinten nachvorne in die Augen der Schäfte einpassirc. Die achtSchafte arbeiten hier mit ihren Fußtritten beständigfort, ohne von andern Schäften unterbrochen zu wer-den , weil sich hier in dem ganzen Zeuge weiter nichtsbildet, als glatte, Loch schräge geköperte Striche, so hatauch der Weber nichts weiter zu beobachten. ZM