546 Seidenwirkerey.
zweierlei Farben abwechselnd aufstellen, nämlich eineFarbe um die andere. Die Faden werden aber so an-gelesen, daß immer nur ein doppelter Faden aus einerFarbe besteht, weil ein doppelter Faden einer Farbeum die andere in die Schäfte einpassirt werden soll.Wenn Fäden erspart werden sollen, so werden so vieleGänge weniger geschoren, als die entzogenen Fädenbetragen. Das Einlesen der Fäden wird so verrichtet,daß erst ein doppelter, dann ein einfacher, dann wiederein einfacher, und dann ein doppelter sich durchkreuzen;also durchkreuzen sich immer ein doppelter mit einemeinfachen, jedoch so, daß immer die beiden einfachen vonden beiden doppelten eingeschlossen werden. Das Ein-lesen geschieht, indem er erst zwei einfache Fäden er-greift, solche zusammen über den Daumen der Handlegt, und sie dann unter dem Zeigefinger gehen läßt;dann nimmt er einen einfachen Faden, läßt ihn unterdem Daumen und unter dem Zeigfinger weggehen;dann wieder einen einfachen Faden, welchen er überden Daumen und unter dem Zeigfinger weggehen läße.Dann nimmt er wieder zwei einfache Fäden, welche erzu einem doppelten unter dem Daumen und über demZeigefinger einliefet; hierauf folgt wieder ein doppelteru. s. w. Sobald der Fabrikant die Faden durch allehundert Schäfte auf die jetzt beschriebene Art einpas-sirt hat, so hak er zu einer Blume und ihrer einfassen-den Schlangenlinie die erforderlichen Fäden in dieSchäfte einpassirt. Ist die Kecce nur von einerleiFarbe und kommen nur vier doppelte Fäden in ein Riet,so hat der Fabrikant beim Einpassiren nichts Vorzügli-ches zu beobachten, sondern die Kettenfäden werden,wie oben angeführt worden, hintereinander in beschrie-bener Ordnung einpassirt. Beim schillernden Zeugeist die Kette so geschoren und eingekesen, daß immer eindoppelter Faden einer Farbe mit der andern Farbeabwechselt.