Seidenwirkerey. 545
beinahe 2 Ellen einnehmen, wenn nur ei« jeder Skab3 Linien dick ist, und hierzu nun noch der Raum kömmtden ein Schaft neben dem andern zu seiner Bewegunghaben muß, so hat man auf ein Mittel gedacht, diesemabzuhelfen. Die Schäfte werden daher dergestalt an«gebracht, daß sie nur den halben erforderlichen Raumeinnehmen; sie müssen daher so in den Stuhl angehan-gen werden, daß ein Schaft um den andern mit seinenStäben höher und niedriger hängt. Bei dem Webendes geblümten Gros de NapleS sucht der Fabrikant sichoft manche Vortheile zu verschaffen. Die Anzahl Fä-den sind hier auf 3600 doppelte bestimmt, weil dasBlatt 900 Riet hoch steht, und in jedes Riet vier dop-pelte Fäden einpassirt werden. Er bedient sich nunhier eines solchen Blattes, welches zwar die Breite hat,aber die Riete stehen nicht so dicht beieinander, daherdas Blatt auch weniger Riete hat, wodurch er sich dieübrigen Fäden ersparr. Damit nun der Zeug dadurchnicht zu dünn wird, so muß man stärkere Seide wähle».Einen zweiten Vortheil, den sich der Fabrikant zu ver-schaffen sucht, ist der, daß wenn die Seide, die er zuder Kette wählt, etwas grob fällt, und ihm daherstärker inS Gewicht läuft, der Preis der Waare aberimmer gleich bleibt, wenn auch der Einkauf der Seidesteigt, so passirt derselbe, statt vier doppelter Fäden inein Riet nur zwei doppelte und zwei einfache, und er-spart dadurch ein Viertel der Fäden. Er muß dieseVerminderung der Fäden so zu verstecken suchen, daßselbst Kenner getäuscht werden; besonders wenn er zuden beiden einfachen Fäden eine solche Seide wählt,daß das Auge den Unterschied nicht so leicht bemerkenkann. Die Kette wird mit 40 Rollen zu 85 Gängengeschoren. Er bat beim Scheeren nichts weiter zu beob-achten, als die Fäden doppelt einzulesen. Soll aber dieKette changirt geschoren werden, das heißt, solche auözweierlei Farben bestehen, so muß er die Rollen mit den<vec. rechn. Emc. Theil OI-H. M m