Seidenwirkerey. 551
Figur, die nicht Figur machen sollen, und das Musterwird sehr verunstaltet. Ein aufmerksamer Weber wirddieses gl ich gewahr werden, dem Jungen deswegen zu-rufen und zurechk weisen. Es kann jedoch geschehenund geschieht auch öfters, daß der Weber es in der Ge-schwindigkeit nicht bemerkt, und wohl schon einen Schußoder mehrere gethan hat, ehe er es gewahr wird; dannist der Zeug verunstaltet, und diesem Fehler ist nicht an-ders abzuhelfen, als daß, wenn nicht viele Schüsse gethanworden, der Einschlagfaden herausgezogen wird. Sinddie sämmtlichen Kegel einmal durchgezogen, so ist dasMuster in den Zeug gewebt und der Junge fängt denZug wieder von vorne an. Der Weber selbst bat hier-bei nichts anders zu beobachten, als beständig seine Eitt-schußfäden einzuschießev und mit der Lade anzuschlagen.Der Einschlag ist zuweilen vielfach doppelt, indem nachMaeßgabe der starken Ribben, welche der Gros de Tours-maßige Grund haben soll, mehr oder weniger Fäden vonTrawseide genommen, und zu einem Faden zusammen ge-spult werden. Man verfertiget nun aufdiesemStuhle nochmehrere Arten Zeuge, sowohl faconnirte, als gezogene.Die Lustrins, welche man auch auf diesen Stühlenwebt, sind seidene, auf Droguetart gewebte Zeuge; s.Th. 82, S. 19 u. f.
Die faeonnirken und zugleich gezogenen Zeuge werdendurch den Zug und durch die Verbindung der Schaftemit den Fußtritten zugleich hervorgebracht. An-genommen, der Fabrikant will einen Zeug verfertigen,dessen Grund ein Tastet ist, der durch eine zweifache Ein-richtung seine Bilder erhält. Erstlich wird der Grunddurch gewisseFizurenstreifen in verschiedeneTheile getheilt,und dann bilden sich in diesen Theilen Blumen. Jeneentstehen durch die Schäfte, diese aber durch den Zug.Wie bekannt, stcht der Tastet wenigstens 1500 Riet,auch wohl höher in Blatte. Angenommen, daß in je-dem Theile zwei Kanlstreisen oder Streifen, die aus