Seidenwirkerey. 553
scheert, und auch auf einen besonderen Baum aufbringt.Da eS aber nicht der Mühe werch wäre, zu so wenigenFaden noch einen besonderen Baum zunehmen, so scheerter siemik der Figur zusammen, und liefet sie eben so ein,wie oben bei der Prüssienne oder dem geblümten Grosde Tours gezeigt worden. Er liefet nämlich einen Fadendoppelt ein, den andern einfach, aber nicht in der Ord-^ nung, wie dort, sondern beständig wechselöweise, einendoppelt und einen einfach; denn da immer ein doppeltermit einem einfachen bei der Einpassirung abwechselnmuß, so geht das Einlesen nach der vorgeschriebenenArt recht gut vott Statten. Zuletzt scheert er noch 56Riet, zu 4 doppelten Fäden für die Kanalstreifen, wodurcheine dritte Kette von 448 einfachen Fäden entsteht, dieer aber bei dem Scheeren zu doppelten Fäden einlefenmuß. Da die Steine des Kanals abwechselnd vonzweierlei Farben seyn sollen, so stellt er sich hierzu Seidevon zweierlei Farben, nämlich rothe und grüne aus, undzwar sind die Rollen so geordnet, wie schon im ähnlicheni Falle gezeigt worden, nämlich eine Farbe um die andere.
I Bei dem Einlesen sieht er dahin, daß sich immer eineFarbe mit der andern durchkreuzt, und immer doppelteFäden. Er kann diese Fäden mit 15 Rollen scheeren,und mit 14^Gang 13Fäden scheeren. Er hat also dieganze Kette folgendergestalt scheeren müssen; zum Grundehat er 4618, zur Zugfigur 1440, nnd zu den Steinen448, überhaupt 6698 Fäden. Hierzu hat der Fabri-kant eine dreifache Einrichtung nöthig; erstlich den Zug,ferner die Schäfte zu den Kanalstreifen, und zuletzt dieSchäfte zu dem Grunde, zu welchen er vier Schafte ge-^ braucht, wie gewöhnlich bei dem Tastet, und zwei Schäftei braucht er zum Kanale; dann muß er auch vier Fuß-^ tritte, zwei zum Grunde, und zwei zu den Steinen ha-den. Zu der Figur, die der Zug hervorbringen soll, wer-den 80 Arkaden erfordert, jede mit drei einzelnen Schnü-ren, weil sich diese Figur dreimal in der ganzen Breite